Kanzlerblog

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Monatsarchive: Oktober 2010

Umbauarbeiten

Keine zwei Monate mehr dann ist es ein Jahr her, dass dieser Blog aus einer spontanen Idee und viel Inspiration entstanden ist. Das einjährige wäre ein guter Grund, mal zu überlegen, wo die Reise hingeht und was ich weiter damit will. Ich fang aber lieber jetzt schon einmal damit an.

Für den Anfang wird erst einmal umgebaut. Dafür vorerst keine neuen Posts. Demnächst meldet sich der Medienkanzler zurück.

Bis dahin vielen Dank für Eure Geduld und bis neulich

Euer Medienkanzler

Der Kunstrasen als Spielwiese

 

Kunstrasen (Quelle: RainerSturm / pixelio.de)

Kunstrasen (Quelle: RainerSturm / pixelio.de)

 

Astroturfing sollte  eigentlich ein Relikt aus der Frühzeit des Web 2.0 sein. Zumindest dürften  jenseits des Atlantik wohl die meisten begriffen haben, dass es mehr Schaden als Nutzen stiftet. Mal ganz abgesehen von der moralischen Dimension. Hierzulande scheint sich diese einfache Wahrheit nur sehr langsam herumzusprechen.

Nein, Astroturfing hat nichts mit Horoskopen, Teleskopen oder unbemannter Raumfahrt zu tun. Es geht dabei um die Vortäuschung einer vermeintlichen Graswurzelbewegung, hinter der dann doch nichts anderes steckt als verdeckte PR. „Astroturf“ ist ein Markenname für Kunstrasen. Das Phänomen ist nicht auf das Web 2.0 beschränkt. Aber das lädt besonders dazu ein. Weil es so einfach ist, und weil man sich hinter Nicknames und falschen Profilen verstecken kann.

Dasdachte sich jetzt wohl  auch die Telekom. Die ist ja bekannt als ein Unternehmen, das sich dankbar auf jedes erreichbare Fettnäpfchen. Jetzt also Astroturfing: Unechte Nutzerbwertungen in der Einkaufswelt von T-Online. Schuld sind natürlich wieder einmal übereifrige Dienstleister Unter anderem berichtet golem.de.

Übereifrig wahr wohl auch der ehemalige Neofonie-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen. Wenn er doch wenigstens ein paar Freunde gefragt hätte. Aber nein, er musste die Lobhudeleien für sein WeTab auf amazon.de ja selber faken. Blogger Richard Gutjahr hat es mit kriminalistischem Spürsinn aufgedeckt. Hoffer von Ankershoffen wird seine Lektion gelernt haben. Auf die harte Tour. Das Zeug zu einem deutschen Steve Jobs hat er  damit wohl kaum. Obwohl ja auch Jobs zwischenzeitlich seine Streuobstwiese für einige Jahre verlassen musste. Aber schon längst ist der Mann im schwarzen Rollkragenpulli wieder schwer angesagt.

Ob wir in der nahen Zukunft noch mehr so traurige Geschichten hören werden? Oder hat es sich jetzt endlich herumgesprochen? Öffentlichkeitsarbeit braucht ein offenes Visir. Auch in den scheinbar anonymen Bereichen des Web 2.0. Alles andere ist moralisch verwerflich. Und fällt einem früher oder später auf die Füße. Hoffentlich!

Übrigens: Wikipdeia listet als aktuelle Beispiele für Astroturfing in Deutschland unter anderem die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), die Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen- und Verkehrsplanung (GSV), den Bundesverband Landschaftsschutz die Initiative “meine Wahl!”, (BVmed) und Bürger für Technik.