Kanzlerblog

\\Zeitgeschehen\\ Medien\\ Netzkultur\\

Monatsarchive: Mai 2011

Lebensweisheit

Heute nochmal eine kleine Lebensweisheit. Zeitlos, aktuell und wahrscheinlich auch in Generationen noch von hohem Wahrheitsgehalt:

“Die Menschen lassen sich nach der Art beurteilen, wie sie ihre Macht gebrauchen. Es ist bemerkenswert, dass niedrige Seelen immer dazu neigen, Missbrauch zu treiben mit den Bruchstücken der Macht, die der Zufall oder die Dummheit ihnen in die Hände gespielt hat.”

 - Der unsterbliche wenn auch absurd aus dem Leben geschiedene Albert Camus in Caligula…

Lebensweisheit

Nicht alles was zwei Backen hat, ist auch ein Gesicht…

(Quelle: Verena N. / pixelio.de)

 - Herkunft unbekannt

Rotfront: Industrielle Konterrevolution im Netz

Cover des ersten ROTFRONT-Albums: Emigrantski Raggamuffin

Den einen eröffnet das Netz neue Möglichkeiten. Andere empfinden es als Bedrohung ihres Geschäftsmodells. Allen voran die Musikindustrie. Andererseits gibt es immer wieder erfrischende Beispiele aufstrebender, nicht-industrialisierter Vertreter verschiedener kreativer Zünfte, die vom Netz profitieren und in ihrer Nische gerade deshalb erfolgreich sind, weil sie es in intelligenter Weise zu nutzen wissen.

Die Berliner Multi-Kulti-Band Rotfront ist so ein Beispiel. Der eigenwillige und ganz und gar unpolitsche Sound aus Russendisco, Reggae, Klezmer und Türk-Pop richtet sich an ein eher kleines, aber begeisterungsfähiges und vor allem Web-affines Publikum. Das nutzt die Band und schafft es, ihre Zielgruppen trotz kleinem Budget zu informieren, zu aktivieren und mitzureißen.

Selbstverständlich gibt es Rotfront auf Youtube. Man kann reinhören und den Sound mit anderen teilen. Der Kracher ist aber die Facebook-Seite. Da ist immer was los. Natürlich sind regelmäßig Live-Videos zu sehen. Und vor jedem Auftritt gibt es eine „Wir kommen!“-Meldung, so dass man weiß, wo die Truppe sich gerade aufhält und ob sie vielleicht in der Nähe ist. Hinterher gibt es ein Dankeschön an die Fans – ob Berlin, Nürnberg oder „Highdelberg“.

Und auch sonst sind die bald 6.000 Fans der Seite gut informiert: Am 19.05.2011 gab es eine Statusmeldung mit dem Hinweis: „Tomorrow (Friday) “VisaFree”, our second album, hits the stores!…. You can get it in the good recordstores next to you, Amazon, I-Tunes, etc.“

Ich war gleich wie elektrisiert. Sofort auf amazon vorbestellt. Es war vielleicht das erste Mal, dass ich ein Album schon einen Tag nach Erscheinung mein eigen nennen konnte. Und ich habe es nicht bereut. Verdammt guter Sound! Bitte mehr davon.

Da soll einer sagen, das Netz verhindert, dass Künstler den gerechten Lohn für ihre Arbeit bekommen. Vielleicht ist es eine Bedrohung für die industrialisierte Musikmaschinerie. Für Künstler mit Anspruch und guten Ideen ist es ein Gewinn und ein schlanker Marketing- und Absatzkanal.

Wohngemeinschaft, Webgemeinschaft, Werbegemeinschaft – die Blogger WG

Besser als Big Brother und das Dschungelcamp (Was guckt man eigentlich in Österreich?): Die virtuelle WG der Blogger haust ab sofort im Netz. Na ja, erst mal sind es nur drei WG-Bewohner. Aber es sind noch Zimmer frei.

Vor ein paar Wochen ging es los mit Werbefluch als Partnerseite. Dann haben wir mal ein bisschen weitergesponnen und den Grundstein für eine kleine Community im Netz geschaffen: Die Blogger WG mit einem eigenen Schaufenster auf Facebook. Da laufen unsere gesammelten Blog-Posts drüber und es ist eine Plattform für Ideen und Inspiration. Das Key Visual mit dem grünen Sofa hat Alexandra K. für uns entwickelt. Vielen Dank nochmal dafür!

Wenn jemand einziehen will – einfach an die Pinnwand posten oder Kontaktaufnahme per Blog. Wenn Du WG-tauglich bist und die digitale Chemie stimmt, finden wir sicher einen Platz für Dich…

Lebensweisheit

Heute zur Abwechslung mal eine kleine Geschichte, gefunden bei Gedankenfest:

Wenn der Mensch in Ordnung ist.

Ich habe vor einigen Jahren mal eine Kurzgeschichte gelesen, die mich immer und immer wieder beschäftigt. Sie lässt mich einfach nicht los, weil sie einen so unglaublichen Wahrheitsgehalt hat, über den ich oft nachdenke. Ich kann sie nicht wörtlich auswendig, aber ich habe die Geschichte sinngemäß aufgeschrieben.

Um seinen Sohn zu beschäftigen, nahm der Vater eine Zeitung und zerriss die Seite, auf der die Erdkugel abgedruckt war in viele kleine Teile. Der Junge sollte die Erde wieder zusammenpuzzeln. Das ist eine fast unmögliche Aufgabe, mit der der Junge lange Zeit beschäftigt sein wird, dachte der Vater. Nach kurzer Zeit kam der Junge zu seinem Vater und sagte ihm, er sei fertig. Der Vater war verwundert und konnte es nicht glauben. Aber der Junge hatte Recht. Er hatte das Puzzle in kürzester Zeit wieder richtig zusammengesetzt. Der Vater wollte wissen, wie er das geschafft hatte. Der Junge antwortete: „Auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.“

Ja. Wenn der Mensch in Ordnung ist, ist es auch die Welt.

(Zitat Ende)

Schöne Geschichte, schön nacherzählt. Und ein kleines Mantra für den heutigen Tag…