Kanzlerblog

\\Zeitgeschehen\\ Medien\\ Netzkultur\\

Monatsarchive: Juni 2011

Knigge 2.0

Für die Deutsche Knigge Gesellschaft ist gutes Benehmen auch im Internetzeitalter angesagt.

Für die Deutsche Knigge Gesellschaft ist gutes Benehmen auch im Internetzeitalter angesagt.

Der gute alte Freiherr von Knigge hat uns immer noch etwas zu sagen. Die Deutsche Knigge Gesellschaft bewahrt sein Erbe und hat es bis in 21. Jahrhundert fortgeschrieben.

Der Vorsitzende Hans-Michael Klein erklärt im Interview mit  wie man auch in der digitalen Welt gutes Benehmen an den Tag legt. Hier geht es zum Interview: “Schluss machen per SMS ist erlaubt”

Tauschen Facebook und LinkedIn Daten aus?

Es gruselt mich. Wieder einmal. Das Netz weiss wer ich bin. Was ich tue. Wen um alles in der Welt ich kenne. Sprichwörtlich. Und personalisierte Werbung sagt mir was ich mag.

Vor ein paar Jahren habe ich mal eine Einladung zu LinkedIn angenommen. Die letzten zwei Jahre war ich da aber nicht aktiv. Heute habe ich mir ein neues Passwort besorgt und mal wieder reingeschaut. Ist ganz schön facebookig geworden. Und natürlich gibt es Vorschläge für neue Kontakte.

Mir stockt der Atem. Ich habe eine alte Freundin in Schweden. Schwedische Staatsbürgerin von Geburt an. Zweieinhalbtausend Kilometer weit weg. Ihr Mann ist auch Schwede. Schon immer gewesen.

Fast 20 Jahre haben wir uns nicht gesehen. Seit letztem Jahr haben wir Kontakt über Facebook. Von ihrem Mann kenne ich nur den Namen. Wir haben uns nie gesehen, nie gesprochen, nicht einmal telefoniert oder eine Mail geschickt. Er ist der erste Kontakt, den LinkedIn mir vorschlägt.

Zufall? Schicksal? Web 2.0? Frei nach Georg Büchner könnte man sagen: “Das Netz ist ein Abgrund. Es schaudert einen, wenn man hinein sieht.”

Tauschen Facebook und LinkedIn Daten aus? Jede andere Erklärung wäre wahrscheinlich noch gruseliger. Mich hat jedenfalls niemand gefragt, ob ich das mag…

Mehr Demokratie wagen im Internet: Island macht es vor

Die Isländer sind ein kleines, experimentierfreudiges Völkchen. Gleichzeitig wissen sie es wie wohl keine andere Nation europäischer Prägung, Traditionen zu bewahren und in der modernen Welt zu verankern. Sie verstehen heute noch ihre Sprache, wie sie vor 1.000 Jahren gesprochen wurde. Und sie haben eine über 1.000 Jahre alte demokratische Tradition.

Jetzt machen Sie uns allen vor, wie Demokratie im Internetzeitalter geht: Island bekommt eine neue Verfassung. Und die Bürger können im Internet daran mitwirken.

golem.de berichtet.

Regierungschef mit Kater

Eine schrecklich nette Familie: Die Harpers. (Quelle: Facebook)Heute morgen im Fitnessstudio. Eine auf den ersten Blick scheinbar belanglose Meldung aus Kanada hat den weiten Weg über den Atlantik bis in den Nachrichtenkanal einer großen europäischen Fitnesskette geschafft: Kanadas Ministerpräsident Stephen Harper hat einen Kater!

Die Miezekatze hat er seiner Familie spendiert. Aber das Tier hat noch keinen Namen. Auf der Facebook-Seite des Politikers gibt es Fotos von dem Kater. Über 62.000 Fans hat die. Die Seite, nicht die Katze. Vermutlich. Die Fans können sie (die Katze) betrachten und dann über den Namen abstimmen.

Ein cleverer Schachzug. So kann der Politiker in der Netzgemeinde punkten, ohne sich an heiklen Themen die Finger zu verbrennen. Es menschelt. Die Facebook-Seite wird zum Familienalbum, das die Fans mitgestalten. Das dürfte zumindest in der Facebook-Community für ordentliche Sympathiewerte sorgen.

Ob das Schule macht? Stelle mir gerade vor, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel darüber abstimmen lässt, wo wohl das schönste Plätzchen für ihre Medal of Freedom ist…

Update: Der Kater ist nicht mehr namenlos: “Stanley is the winning name! Thank you to those who voted.” 1.263 Leuten gefällt das.

Eine erhrenwerte Familie…

Familienangelegenheiten regelt man unter sich! Das ist das Credo eines der weltweit größten Unterhaltungskonzerne, der FIFA. Während international  immer höhere ethische Standards und Transparenzauflagen für Großunternehmen gelten, bewegt sich die Fußballwelt scheinbar in einem nahezu rechtsfreien Raum.

Dass sich daran nichts ändern soll, haben die vereinigten Clanchefs diese Woche bestätigt. Ihren Paten, den Blatter Sepp, haben sie wieder einmal ins Amt gewählt. Mit überwältigender Mehrheit.

Und der hat auch gleich mal wieder klargestellt, was er von Leuten hält, die zu viele Fragen stellen. Das Schweizer Nachrichtenportal 20 Minuten Online hat mitgeschnitten:

http://www.20min.ch/videotv/?vid=205663&cid=44