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Auf der Suche: Interview mit Leonie

Leonie war auf der Suche. So stand es jedenfalls ein Jahr lang über ihrem Blog. In der Zeit hat sie bei Post A Day 2011 mitgemacht und Tag für Tag fleißig gebloggt. Einen großen Teil der Zeit hat es sie mit ihrem Hund nach Teneriffa verschlagen. Von dort hat sie ihre Leser unter anderem mit farbenfrohen, sonnigen und lebendigen Bildern verwöhnt. Richtige Postkartenmotive. Jetzt ist sie zurück im kalten Deutschland. Statt „Sucherin “ führt ihr Blog nun Leonies Leben im Titel. Hat sie gefunden was sie gesucht hat? Im Interview erzählt sie von einem bewegten Jahr und davon wie es weitergeht.

Liebe Leonie, Du scheinst nicht mehr so ganz an deutsche Temperaturen gewönnt. Wie lange warst Du auf Teneriffa und seit wann bist Du wieder zurück?

Nach zwei Wochen Eingewöhnungszeit habe ich mich langsam wieder an die deutschen Temperaturen gewöhnt. Ich habe auch keine andere Wahl, denn als Hundebesitzerin geht es unabhängig vom Wetter mehrfach am Tag hinaus. Ich war von Anfang November bis Anfang Februar, also fast genau drei Monate auf Teneriffa.

Was hat Dich eigentlich nach Teneriffa verschlagen?

Leonie auf Teneriffa

Im letzten August habe ich meine Arbeit, der ich mehr als intensiv über 20 Jahre nachgegangen bin, beenden müssen. Aus diesem Grund benötigte ich eine Auszeit, um über mein weiteres Leben und Wirken nachzudenken. Daher auch der ursprüngliche Blogname „Sucherin“. Da ich die Wärme liebe und gleichzeitig nicht zu weit von meiner Familie, die in Bonn zurückblieb, sein wollte, fiel die Wahl auf Teneriffa.

Wie kamst Du auf die Idee, bei Post A Day 2011 mitzumachen?

Bereits Anfang des letzten Jahres zeichnete sich für mich ab, dass sich mein gesamtes Leben ändern würde und ich nach einem neuen Sinn und neuen Inhalten für mich würde suchen müssen. Da ich zeitgleich auch ein wenig mehr Zeit zu Hause verbringen konnte, fing ich an zu bloggen, um in Kontakt mit anderen Bloggern zu kommen und über mich selber zu reflektieren. Jeden Tag etwas zu schreiben ist nicht immer einfach, kann aber manchmal auch sehr hilfreich sein.

Jeden Tag bloggen, dazu noch haufenweise Fotos ins Netz stellen. Da gab es allerhand zu tun. Wie war das Jahr für Dich?

Persönlich hat es in dem Jahr einen tiefen Einschnitt in meinem Leben gegeben. Dennoch war die Zeit einfach wunderbar. Jeder Tag war neu und frisch. Ich habe viel gesucht, mich mit vielen lieben Menschen ausgetauscht und viele neue Dinge ausprobiert. Der Höhepunkt des Jahres war natürlich für mich die Zeit auf Teneriffa ab Anfang November. Ich habe nicht nur viel von der Insel gesehen und viele nette Menschen kennen gelernt, sondern auch noch einige für mich wichtige „Buchprojekte“ abgeschlossen. Nebenbei konnte ich auf der Insel Spanisch lernen, fotografieren und ausgiebig mit dem Hund wandern gehen.

Ein Jahr auf der Suche nach dem Glück hast Du es gefunden?

Ich habe nicht wirklich das Glück gesucht. Ich glaube Glück ist immer da. Man muss es nur sehen. Im Grunde habe ich eher nach einem neuen Leben für mich, nach Sinn und Inhalten gesucht. Am Ende des Jahres hatte ich dann tatsächlich das Gefühl, dass die Suche zu Ende ist. Ich hatte mich und mein neues Leben gefunden. Auch wenn noch nicht alle Vorhaben umgesetzt sind und es noch viel zu tun gibt, um die ganzen kleinen gefundenen Mosaiksteinchen zusammen zu setzen, habe ich das Gefühl auf der richtigen Schiene im zweiten Leben (wie ich es nenne) zu sein. Mein zweites Leben hat begonnen und verläuft auf der für mich gefühlten richtigen Bahn.

Was waren Deine drei wichtigsten Erfahrungen in diesem Jahr?

Erstens habe ich gelernt, dass eine große Krise tatsächlich auch eine große Chance sein kann. Als zweites, dass sich Wünsche erfüllen, wenn man dem Herzen und der Intuition folgt. Und ich habe erfahren, dass es mir Freude macht über Grenzen zu denken, über Grenzen zu gehen und mit mir und anderen in Kontakt zu sein.

Leonie mit ihrem wilden verfressenen Labrador

Wie geht es weiter? Zurück nach Teneriffa?

Zunächst gibt es einige Dinge in Deutschland zu erledigen. Mir schwebt eine nahe Zukunft zwischen Deutschland und Teneriffa vor. Ich hoffe, dass ich meine diesbezüglichen Pläne verwirklichen kann.

Und was hast Du sonst noch so vor?

Im Hinterkopf schweben mir noch so einige Dinge herum, die ich ausprobieren, lernen und erleben möchte. Auch gibt es auf der Landkarte noch einige Länder, die ich gerne bereisen möchte. Dann werde ich weiter meine Buchprojekte verfolgen, fotografieren und weiterhin Spanisch lernen. Auch ausgedehnte Wanderungen mit dem Hund stehen auf dem täglichen Programm. Bloggen werde ich nach wie vor regelmäßig, wobei ich in diesem Jahr keine Verpflichtung zum täglichen Bloggen eingegangen bin. Ich blogge dann, wenn ich meine etwas zu sagen zu haben. Im Blog ist mir zurzeit das Projekt Ideenparty sehr wichtig, da ich davon überzeugt bin, dass sich Wünsche und Träume mit Hilfe von anderen Menschen verwirklichen lassen und ich selber gerne andere Menschen bei ihrer Wunschverwirklichung unterstütze.

Erzählst Du uns von Deinen Buchprojekten?

Da ich auf Teneriffa ausreichend Zeit hatte, habe ich diese genutzt und zunächst nur für mich meine eigene kleine Biografie aufgeschrieben. Weiterhin habe ich ein Buch geschrieben, das ich immer schon schreiben wollte. Ob ich es verlegen kann oder als E-Book oder Book on Demand herausbringen werde, wird die nächste Zeit zeigen. Und da ich einmal gerade so gut dabei war, habe ich noch mit einigen Kinderbuchgeschichten, die sich um meinen wilden verfressenen Labrador drehen, weiter gemacht.

Das macht ja richtig Lust zu lesen. Liebe Leonie, vielen Dank dass Du Dir die Zeit genommen hast. Grüß Deine Familie und Deinen Hund und lass uns schön weiter an Deinem Leben teilhaben!

Mehr über Leonies Suche und Leben gibt es unter searchforluck.wordpress.com

Der Marathon Blogger

Frank Manthey, auch bekannt als Der Emil, hat sich in diesem Jahr etwas vorgenommen. Er macht mit bei One Post A Day 2011. Jeden Tag ein Post im Blog. Ein Marathon. Jetzt ist er auf der Zielgeraden. Seine Erfahrungen und Erlebnisse schildert er im Interview.

Der Emil: Marathon Blogger und Heimathirsch (Quelle: Der Emil)

Der Emil: Marathon Blogger und Heimathirsch (Quelle: Der Emil)

Lieber Emil, schön dass Du Dir die Zeit für ein Interview nimmst. Du bist doch sicher auch noch mit Deinem Blog beschäftigt?

Hallo. Eine so freundliche Anfrage konnte ich nicht ablehnen. Klar, mit meinen Blogs bin ich gut beschäftigt – ich habe ja nicht nur den einen! In der letzten Woche habe ich darauf wirklich geachtet: Ich gebe täglich mindestens zwei Stunden dafür her, oft auch drei. Aber es ist “ein seltsam Ding” mit der Bloggerei: Es ist Arbeit für mich, die ich gerne tu.

Wo kommt das her, „One Post a Day“? Wie und Warum hast Du Dich dazu entschieden, mitzumachen?

“One post a day” gab es meines Wissens schon 2010 und davor. Für das Jahr 2010 gibt es einen eigenen Artikel über die Überlebenden, und alle Teilnehmer von 2011 sind auch aufgelistet. Aber hier muß ich weiter ausholen. Schon als Schüler habe ich geschrieben. Und irgendwann 2008 entdeckte ich MySpace und fing dort mit der Bloggerei an. Aber dann wurde aus MySpace MyLEER, und meine Texte brauchten eine neue Heimat. Nach langem Rumprobieren fand ich WordPress.com im November 2010. Zur Weihnachtszeit versuchte ich dann einen ganz persönlichen Adventskalender 2010, also 24 Tage lang jeden Tag einen neuen Beitrag. Das funktionierte! Boah! Zwischen den Feiertagen sah ich dann die “Werbung” für “One Post a Day 2011″ und beschloß, das als Therapie für mich zu nutzen.

Als Therapie?

Jawohl. Ich litt und leide an der “Losigkeit”-Krankheit Depression. Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, Planlosigkeit, Schlaflosigkeit, Arbeitslosigkeit, Lustlosigkeit, Phantasielosigkeit, Ziellosigkeit, Beziehungslosigkeit – alles dabei. Und nun: Jeden Tag einen Beitrag zu veröffentlichen, das war ein Plan, ein Ziel. Und der Antrieb dazu: nicht wieder versagen zu wollen. Und für tägliche Texte braucht’s Phantasie.

All das klang für mich nach einer guten, selbt zu bewältigenden Therapie, die auch noch Spaß machen wird. Deshalb begann ich damit. Am Anfang glaubte ich ja noch, daß ich froh sein kann, wenn ich den Januar schaffe! Der hundertste war dann schon eine Überraschung.

Ist das nicht manchmal etwas hart, jeden Tag ein neues Thema zu finden? Schließlich machst Du das ja alles in Deiner Freizeit. Wo nimmst Du die Disziplin her, wie motivierst Du Dich?

(lacht) Ja! Manchmal war es hart. Das eine Mal hatte ich zum Beispiel echt absolut keine Idee. Ich saß drei oder vier Stunden vor einem leeren Blatt. Jaja, ich schreibe alles mit dem Stift auf Papier, ehe ich es dann abtippe. Schließlich begann ich, mit dem 28er von Helmut Maier zu spielen. Und das Ergebnis? Das lobte sogar Helmut Maier selbst als “Lehrgedicht”. Was war, bin! ich stolz darauf.

Meist jedoch lieferte das Leben genug Stoff: Herumliegendes, Schrankinhalte, Musik, Schmerzen, kleine Kunstwerke und große Ereignisse – all das, was den Alltag ausmacht. Freizeit zur Schreiberei hatte ich genug. Und Disziplin? Ich hatte jeden Tag etwas zu tun! Wenigstens etwas. Und das wichtigste Motiv: Nie wieder versagen, sondern durchhalten. Dann kam der 250. Beitrag, und seit dem 315. Beitrag (keine 50 mehr!) laufe ich in einem stabilen “runners high” – um beim Marathon-Bild zu bleiben.

Wer Deinem Blog folgt findet ausreichend Hinweise, dass dieses Jahr für Dich ganz persönlich kein Spaziergang war. Magst Du etwas darüber erzählen?

Zum einen war, nein, ist da die Depression, die mich überhaupt zum Mitmachen trieb. So viel schlimmer aber als das Leben anderer Blogger, anderer Menschen, war mein Jahr dieses Jahr nicht. Klar, dreizehn Wochen Therapie in einer Tagesklinik von September bis Anfang Dezember waren echt anstrengend. Aber Ärger mit dem Jobcenter hat wohl jeder, der dort auch “Kunde” ist. Und wenn ich ganz ehrlich sein darf: Dank meiner Bloggerei war das Jahr sogar besser als die vorhergehenden acht Jahre. Denn ich sah ja meinen Erfolg zum Bieispiel in Klickzahlen. Dafür möchte ich all denen danken, die meine Beiträge lesenswert fanden.

Kennst Du eigentlich jemand, für den 2011 ein Spaziergang war?

In Deinem Blog gibst Du viele Seiten von Dir zu erkennen. Gerade jetzt im Dezember erlebst man Dich als einen Menschen, der sehr heimatverbunden ist. Was bedeutet das für Dich, „Heimat“?

Viele Seiten? Schon. Irgendwie. Aber es ist doch nur zu erkennen, was ich erkennen lassen mag. Ich stelle meine Realität schon ein wenig bearbeitet dar, muß das ja schon wegen rechtlicher Belange tun. Aber Heimatverbundenheit stimmt definitiv.

Was ist Heimat für mich? Du stellst ziemlich schwierige Fragen – oder besser gesagt, Deine einfachen Fragen sind nicht so einfach zu beantworten. Heimat: Sicher ist das Erzgebirge ein Stück Heimat, Halle (Saale) ist Heimat, die DDR ist immer Heimat gewesen. Die BRD ist es nicht, und noch weniger Europa. Also die Region, in der ich aufwuchs, und die Region, in der ich lebe, und das Netz und die deutsche Sprache und der erzgebirgische Dialekt: Das ist meine Heimat.

Der Emil im Kampfanzug, 2007 (Quelle: Der Emil)

Der Emil im Kampfanzug, 2007 (Quelle: Der Emil)

Du hast ein Jahr lang sehr Persönliches von Dir preisgegeben. Viele Menschen haben sich mit Dir gefreut, haben mit Dir gelitten und manchmal sogar „vorgeheult“ (“Vorheulen”, was für ein Wort!). Viele Deiner Leser hast Du noch nie gesehen. Andere stammen aus Deinem unmittelbaren Umfeld. Jeder, der Dich kennen lernt, kann alles Mögliche im Blog über Dich nachlesen. Wie fühlt sich das an?

Dieses “viele Menschen” hat mich jetzt etwas erschreckt. Aber es ist wohl wahr. Ziemlich viele (eigentlich die ganze Welt) können alles lesen, was ich schrieb und erfahren so, wie es in mir aussieht. Solange ich schrieb, fühlte es sich immer richtig und gut an. Auch noch eine oder zwei Wochen danach. Jetzt allerdings… Manches würde ich gern ungeschrieben machen – aber verkaufte Bücher lassen sich ja auch schwer wieder einsammeln. Doch was soll ich mich verstecken? Das habe ich seit 2003 bis zu diesem Jahr gemacht, mich versteckt und mir meinen maßgeschneiderten Schutzanzug “Der Emil” geschaffen; und ich habe ihn nie auch nur eine Sekunde abgelegt, jahrelang.

Ich bleibe auch in Zukunft bei meinem Grundsatz: Was veröffentlicht ist, bleibt stehen. Damit muß ich leben. Und das gute Gefühl überwiegt ja ganz gewaltig.

Ein Jahr lang jeden Tag ein Post. Hast Du dieses Jahr intensiver erlebt als andere?

Wahrscheinlich. Sicher habe ich dieses Jahr anders erlebt als all die Jahre davor. Spätestens seit dem Tag, da ich mein regelmäßiges “P.S.: Positiv am … war …” dazusetzte, habe ich intensiver auf die Dinge geachtet, die positiv sein können und sind. Auch das Auf und Ab … Trotzdem. Nein, ich habe dieses Jahr nicht intensiver erlebt, ich kann mich nur viel besser daran erinnern. Denn weil es meinen Blog gibt, kann ich vieles nachlesen.

Hast Du aus der Aktion etwas gelernt?

Gelernt? Aus dieser Aktion? Jetzt muß ich aber wirklich nachdenken.

Doch. Durchhalten lohnt sich. Ich liebe es, ein Publikum zu haben. Auch was Spaß macht, kann anstrengend sein. Und mir gelingt, was ich wirklich will, wenn ich die meiste Zeit Spaß daran habe und immer wieder Erfolg sehe.

Verrätst Du uns, was Du zu Silvester machst – außer bloggen?

Für Silvester habe ich wirklich noch keinen Plan. Kann sein, ich geh mit der allerallerallerbesten Freundin, kann sein, ich bleibe allein. Aber auf Fälle werde ich eines tun: DINNER FOR ONE ansehen, mindestens drei Mal.

Wirst Du weiter machen? Bist Du bei One Post A Day 2012 dabei?

Darüber habe ich schon nachgedacht. Erste Idee: Endlich ist das Jahr geschafft, es reicht jetzt. Jetzt weiß ich, welche Last es ist, jeden Tag etwas zu veröffentlichen. Und ich weiß, wie es sich anfühlt, es trotzdem zu schaffen. Heimlich habe ich sogar schon eine Planung und mit Texten für 2012 begonnen. Aber verrate das bitte niemandem, vor allen nicht mir!

Die Entscheidung fällt am 31. Dezember – per Los. Oder auch nicht.

Lieber Emil, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genomme hast und für Deine Offenheit. Du bist echt der Marathon Blogger. Halt das Ziel fest im Auge und komm gut an. Viel Glück und alles Gute für 2012!

Dankeschön. Eines muß ich aber noch loswerden. Als ich die Überschrift las und die Fragen, da tanzte ich vor Freude zunächst wie ein Urwaldindianer beim Regentanz durch meine Wohnung. “Der Marathon-Blogger” – damit bin ich gemeint? Und die Fragen zeigten, daß da jemand ziemlich genau gelesen hat, was ich übers Jahr schrieb. Das war doch eine sehr freudige Überraschung. Und beim Antworten mußte ich mich mit mir selbst und meinen Beiträgen beschäftigen: Das war auch interessant.

Auch Dir und allen Lesern eine besinnliche Weihnachtszeit und viel Glück im neuen Jahr!

P. S.: “daß” und “muß” wird in diesem Interview anders geschrieben als der aufmerksame Leser es gewohnt ist. Eine kleine Anleihe vom Emil. Genauso wie dieser wunderschöne Satz zum Schluss: “Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s  Lesen.”

Nachtrag, 31.12.2011: Emil hat es geschafft! Herzlichen Glückwunsch.


Munka heißt Arbeit – Impressionen aus Budzillustan

Mit Ihrem Oriental Swing Punk ist die Berliner Band BudZillus (Sprich: Bazillus) längst über die Grenzen der Bundeshauptstadt hinaus zu einem Geheimtipp avanciert. Ihr neues Album ist gerade im Kasten. Letztes Jahr sind sie zum ersten Mal durch New York getourt und vor ein paar Wochen haben sie zwei Konzerte in Moskau gegeben. Auch in Ungarn wächst ihre Fangemeinde. Der Medienkanzler sprach mit BudZillus über ihre Musik, das Leben als Musiker, selbst gebaute Instrumente und natürlich über das neue Album

Budzillus – wer ist das?

Thomas: Unsere aktuelle Besetzung ist Robert Kondorosi mit Gesang, Tenorgitarre, Gitarre und Banjo; Kristian Zepplin am Kontrabassbanjo; Stefan Wolf spielt Orgel, Flöte und Harmonica; Eric d’Urso ist unser Drummer und ich bin Thomas Prestin, zuständig für Saxophon und Klarinette.

Ihr nennt Eure Musikrichtung „Oriental Swing Punk“. Was kann man sich darunter vorstellen?

Zepp (Krisitan Zeppelin): Wir kommen ursprünglich vom Swing. Zumindest war das ein sehr starkes Element, als die Band 2005 in ihrer früheren Besetzung gestartet ist. Später hat sich unser Sound ziemlich verändert, oder besser weiterentwickelt. 2008 ist Eric als Drummer dazu gestoßen und Stefan am Keyboard. 2010 kam dann noch Thomas mit seinem Saxophon dazu. Er ist unser einziger studierter Musiker und kommt ursprünglich vom Jazz. Er hat aber auch mit Klezmer-Elementen das orientalische weiter verstärkt. Punk steht vor allem für das Do-it-yourself-Element. Das prägt unsere Musik ebenso wie unsere Lebensweise. Das ist uns sehr wichtig.

Eure Instrumente machen teilweise einen kuriosen Eindruck. Stimmt es, dass Ihr die selber baut?

Robert: Professionelle Instrumente kosten einen Haufen Geld. Die können wir uns nicht leisten. Da packen wir lieber selbst an. Außerdem: Wo bekommst Du heute noch eine Tenorgitarre her? Die war in den zwanziger Jahren populär, als die Gitarre angesagt war und die Banjospieler auch so was wollten. Heute kriegst Du die nicht mehr. Da ist es gut, wenn man so was selber hinkriegt. Und das Kontrabassbanjo von Zepp ist ein echter Hingucker mit nem irren Sound. Kriegst Du nicht zu kaufen. Er hätte es gerne selber gebaut. Aber er ist Steinmetz und so’n Ding aus Granit mit auf Tour zu nehmen… Ich hab gerne mit angepackt.

Beeindruckend: Zepp am selbst gebauten Kontrabassbanjo

Beeindruckend: Zepp am selbst gebauten Kontrabassbanjo

Ist auch das Keyboard selbst gebaut? Es sieht jedenfalls so aus…

Stefan: Wir proben in einem alten Funkhaus in Ost-Berlin. Da lag ne Menge gutes Holz rum. Daraus haben wir das Gehäuse gebaut. Oben drauf ist ein Midi-Keyboard mit normalem Computerzugang. Da drunter ein Laptop. Ist voll günstig, effektiv und Du brauchst es nicht mal zu verpacken. Die Kiste ist gleich drum herum. Praktisch.

Wenn man auf Eure Facebook Seite guckt sieht man, dass Ihr verdammt viel unterwegs seid. Wie kommt Ihr an die Gigs?

Thomas: In Berlin sind wir mittlerweile ziemlich bekannt. Da ist das ein Selbstläufer. Es gibt hier so vier bis fünf Bands, die einen vergleichbaren Sound machen und da wird man schon mal etwas rumgereicht. Innerhalb Deutschlands haben wir auch schon einen Haufen guter Kontakte. Seit drei Jahren haben wir auch eine Booking-Agentur, die uns Auftritte vermittelt. Außerdem geht es immer mehr ins Ausland. Da ergibt sich manchmal eins aus dem anderen…

Ihr wart gerade erst in Moskau. Wie war das und wie kam es dazu?

Eric: Das ist ganz witzig. Letztes Jahr waren wir in New York auf Tour. Als die „Funny Germans“ mit ihren selbst gebauten Instrumenten haben wir da ziemlich viel Aufmerksamkeit erregt. Wir hatten sieben Auftritte an 11 Tagen. Hat ne Menge Spaß gemacht. Und wir haben jemanden aus der russischen Community kennen gelernt, der uns später nach Moskau empfohlen hat. Viel gesehen haben wir nicht von der Stadt, waren mal kurz auf dem Roten Platz und haben uns ein bisschen umgesehen. Sonst waren da nur die Auftritte. Aber da ging es richtig ab.

BudZillus 2010 in New York

Wenn man Euch so hört denkt man, das ist ein Sound, der entsteht nur in Berlin. Seid Ihr echte Berliner Jungs?

Thomas: Berlin ist tatsächlich ein Pflaster, wo so etwas entstehen kann. Da haben wir uns gesucht und gefunden. Aber ursprünglich kommt keiner von uns von dort. Eric ist aus Frankfurt, alle anderen aus Mecklenburg-Vorpommern. Aber tatsächlich hat Berlin uns alle angezogen. Es gibt hier eine phantasiereiche Szene, die den Nährboden für unseren Sound bildet.

BudZillus ist ein ungewöhnlicher Name. Und wer ihn liest ohne Euch zu kennen, spricht ihn fast falsch aus. Wie seid Ihr darauf gekommen?

Eric: Die Keimzelle der Band hatte früher den Namen „Budzillus und die Antikörper“. Davon sind heute nur noch Robert und Zepp übrig. Irgendwann haben wir etwas Prägnanteres gesucht. Zepp ist ein großer Fan von Bud Spencer. Das ist ein Künstlername, eigentlich heißt der Carlo Pedersoli. Aus seinem Lieblingsbier Budweiser oder kurz Bud und seinem Lieblingsschauspieler Spencer Tracy hat er Bud Spencer gemacht. irgendwann haben wir uns der Antikörper entledigt – ist kürzer und prägnanter.

Munka Munka“ ist der Titel eines Eurer Songs. Ist das aus einer orientalischen Sprache entnommen? Was heißt das?

Robert: Munka heißt Arbeit. Das ist ungarisch. Unsere Fans in Ungarn freuen sich natürlich immer, wenn wir auch mal was in ihrer Sprache singen. Mein Vater kommt aus Ungarn und ich bin zweisprachig aufgewachsen. Darum haben wir ab und zu mal einen Titel auf Ungarisch im Programm.

Wenn Ihr Eure Instrumente aus Geldmangel selber baut, werdet Ihr sicher nicht reich mit Eurer Musik. Könnt Ihr denn davon leben oder wie schlagt Ihr Euch sonst so durch?

Eric: Na ja, bis jetzt braucht es immer noch den einen oder anderen Nebenerwerb. Manche Auftritte werfen ein bisschen was ab, andere decken gerade mal die Reisekosten. So war das zum Beispiel mit unserer Tour durch New York. Aber natürlich hilft so was auch weiter. Vieles wird leichter, wenn man mal im Big Apple gespielt hat. Aber es geht bei allen immer mehr in Richtung Musik. Wir erhoffen uns viel von unserem neuen Album. Es heisst: “Auf Gedeih & Verderb”. Da steckt ein Haufen Arbeit drin und wir sind uns alle sicher: Es ist verdammt gut! Record Release Party ist am 05.11.2011. Im Februar 2012 ist es dann im Handel erhältlich. Also, greift zu!

Hey Jungs. Das klingt nach viel Munka Munka und ‘ner Menge Spaß. Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt und viel Erfolg mit dem neuen Album!

 

Hier geht es zur Website von BudZillus: http://www.budzillus.de/

K-Fragen: Germanys next Bundeskanzlerin im Interview

Während sich die amtierende Bundesregierung scheinbar im freien Fall befindet, läuft sich mit Germanys next Bundeskabinett (GnBK) schon einmal die künftige Elite warm. Die Richtlinienkompetenz liegt bei Germanys next Bundeskanzlerin Kivi Lake (GnBKivi). Nachdem sie das offizielle Casting für sich entscheiden konnte, ist sie Deutschlands erste direkt gewählte, demokratisch legitimierte next Bundeskanzlerin. Der Medienkanzler bekam eine Audienz und sprach mit ihr über Amt und Würde, ihr Kabinett, dessen Ziele und das Leben von Deutschlands nächster Bundeskanzlerin. Es regnet Konfetti und das Volk spendet frenetischen Beifall. Live aus dem Pink House, Sitz von Germanys next Bundeskanzlerinnenamt.

Frau Kanzlerin, liebe Kivi, Du bist die erste in direkter Wahl demokratisch legitimierte Germanys next Bundeskanzlerin. Wie fühlt sich das an?

Es fühlt sich bestens an. Schon fast kivimalisch. Ich fühle mich hier nach meiner kleinen Hausumgestaltung sehr wohl. Der Hausmeister hat gute Arbeit geleistet. Ein sehr netter Mann. Nur etwas redselig. Der Gute. Ich hab’ ihn letzte Woche in den Kaukasus geschickt. Die Menschen dort sind sehr einsam.

Wann hat Germanys next Bundesregierung und Bundeskabinett das Licht der Welt erblickt und wie kam es dazu?

Kivi Lake ist Germanys next Bundeskanzlerin

Gegründet wurde das Kabinett im Juli 2009 von „Frau S.“. Zunächst als Sommerlochstopfer und grundsätzlich aus dem ZDFlichen Aufruf „Du kannst Kanzler“ (Genauer nachzulesen unter: stupidedia.org). Mein persönlicher Einstieg damals war dem Amt als Germanys next Grammatikalisierungsbeauftragte (in Kürze: GrammaDings) zugetan. Das Kabinett wuchs wie eine wunderschöne Unkrautpflanze, und so übernahm unsere SoZerle (Social Secretary), unsere allerliebste Haus- und Hofseele und mehr als nur meine rechte Hand, die Fäden. Nach meinem anschließenden Tun als Literaturministerin (LiteraMini) und dem Abtreten unserer nun Altbundeskanzlerin Paula zog ich samt Kuh und Rasenmäher in das pinke Haus.

Was sind die Ziele Deiner Regierung?

Meine Ziele sind natürlich klar definiert. Dazu kann ich mein kleines Wahlplakat empfehlen. Dort sind die wichtigsten Punkte festgehalten: 

Ein wunderschönes, bewegtes und bewegendes Wahlplakat. Herzlichen Glückwunsch auch noch zum Seepferdchen! Aber zurück zur Sache. Du vereidigst Deine MinisterInnen und andere Mitstreiter mit der Formel: “Ideen gehören Handkuss, Abschriften gehören Satz heiße Ohren”. Willst Du damit einen Selbstverteidigungsminister in den eigenen Reihen verhindern?

Ja.

Im Übrigen; Ohren sind dafür da, gerubbelt und geleckt zu werden. Mutter Natur, Gott…, der Zufall oder was auch immer hat viel Humor, und den ließ er-sie-es an uns Kreaturen aus.

Musstest Du schon einmal einem Kabinettsmitglied einen Satz heiße Ohren verpassen?

Für den Vollzug ist meine Kuh zuständig.

Wie sieht ein Arbeitstag im Pink House aus?

Nun ja, da ich kein Koffein- und (seit Neustem) Nikotinjunkie bin, bleibt viel Zeit zum Tanzen. Ich tanze viel und sonntags gönne ich mir ein bis zwei Stunden mit meinen Kabinettsmitgliedern und solchen, die es werden wollen. Wir trinken Tee und stormen unser Brain über alle Möglichkeiten.

Und was macht Germanys next Bundeskanzlerin, wenn sie gerade nicht ihren Geschäften nachgeht – einfach so privat?

Tanzen. Und Tasten streicheln. Vielleicht auch ein wenig den Schein sezieren. Aber über Privates gebe ich keine Auskunft. Und wenn ich es tue, dann erzähle ich Märchen. Egal wem oder was. Mal theoretisch realistisch, mal absurd. Das wirkt verstörend. Auf Menschen. Und solche, die es mal werden wollen. Und mein Gewissen ringt jedes einzelne Mal nach Verzeihung. Weißt Du, mein Lieber, das Net ist ein schräges Teil. Genauso wie mein Privatleben. Und da es jeweils nur eines davon gibt, sollte man sie nicht kreuzend paaren.

Darf ich bitten? 

Privat gibt GnBKivi nur wenig von sich preis

Wie sehen Deine Pläne für das Wahljahr 2013 aus?

Gewählt wird erst wieder nach Rausschmiss oder Abtritt der Amtierenden. Ein Abtritt meinerseits ist allerdings vorerst nicht geplant, und momentan lebe ich gerne in der Gegenwart. Die Gegenwart allerdings bedarf einer Sezierung, was wiederum und nebenbei hier passiert: kivilake.blogspot.com. Pardon, das war eine kanzlerische Schleichwerbung am Rande.

Frau Kanzlerin, liebe Kivi, herzlichen Dank für das Gespräch.

Ich bedanke mich recht herzlich für Deinen Besuch.

Nachgefragt: Was ist dran an mageleo?

Gegen die Übermacht der US-amerikanischen Suchmaschinenbetreiber hatten europäische oder gar deutsche Anbieter bislang keine Chance. Doch während Google hierzulande zunehmend in die Kritik gerät, will es eine kleine Softwareschmiede aus Wuppertal noch einmal wissen. Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ist im letzten Jahr die neue Suchmaschine mageleo an den Start gegangen. Schon kurze Zeit später wurde sie für den eco Internet Award des Verbands der Internetwirtschaft nominiert. Hat sie das Zeug, es mit den Platzhirschen aufzunehmen? Der Medienkanzler hat nachgefragt. CEO Stefan Orth, CTO Martin Schüßler und Christine Gerbershagen, bei der die PR von mageleo gut aufgehoben ist, haben geantwortet.

Der Markt der Suchmaschinen scheint längst aufgeteilt. Alle Versuche, gegen die übermächtige Konkurrenz aus den USA anzukommen, sind bisher gescheitert. Ihr habt es trotzdem gewagt. Warum?

Christine Gerbershagen: Wir haben uns lange geärgert, dass das Suchen im Internet so langweilig ist und vor allem nur Texte als Ergebnisliste angezeigt werden. Ebenso hat uns auch die fehlende Quellenauswahl gefehlt. Mit www.mageleo.de wollten wir dem Anwender einfach mehr bieten als das was der Marktführer anbietet. Der Anwender waren wir zunächst. Schnell haben wir erkannt, dass es daneben viele Externe gibt, die auch zu mageleo wechselten.

Was unterscheidet mageleo von anderen Suchmaschinen?

Christine Gerbershagen: Die Benutzeroberfläche mit den Vorschaufenstern spricht für sich selbst. Die Möglichkeit die Suchquellen zu reduzieren schützt vor viel Werbung beziehungsweise Shoppingergebnissen und lässt zugleich eine gezieltere Suche zu.

Aufgeräumt: Die Suchmaske von mageleo

Aufgeräumt: Die Suchmaske von mageleo

Wie sieht Euer Business Plan aus? Womit verdient Ihr Euer Geld?

Christine Gerbershagen: Wir sind ein deutsches Unternehmen, welches durch die Gesellschafter kapitalisiert wurde. Einnahmen erzielen wir dadurch, dass über unsere Suchergebnisse Waren gekauft werden oder aber Flüge gebucht werden.

Wird mageleo bald schon profitabel arbeiten?

Christine Gerbershagen: Ja, wir erwarten den Break Even zum 30.03.2011

Auf den ersten Blick ist die Suche mit mageleo sehr überzeugend und übersichtlich. Es fällt allerdings auf, dass es noch keine richtige News-Suche wie bei den Wettbewerbern gibt. Auch die Blog-Suche ist noch recht unscharf. Arbeitet Ihr dran?

Stefan Orth: Ja, wir arbeiten stetig daran, die Ergebnisse zu verbessern und diese in das mageleo-Prinzip zu integrieren.

Verfügt Ihr über eine eigene Suchtechnologie oder läuft da im Hintergrund was anderes?

Martin Schüßler: Wir greifen mit mageleo auf die unterschiedlichsten bestehenden Suchquellen im Internet zu, zum Beispiel auch auf die Suche über BOSS von Yahoo. Die einzelnen Suchprovider sind schon sehr lange im Geschäft und verstehen sich im Normalfall exzellent auf dieses Thema. Es wäre vermessen ihnen zu versuchen den Rang abzulaufen. Unser Ansatz ist es, diese verschiedenen Einzelergebnisse neu in Zusammenhang zu bringen und so das Suchergebnis für den Anwender qualitativ aufzuwerten.

Viele User rufen ihre Suchmaschinen heute über Add Ons im Browser auf. mageleo sucht man da bislang noch vergeblich. Wird sich daran bald etwas ändern?

Martin Schüßler: Diese Möglichkeit bietet mageleo schon seit langem. Auf der Seite von mageleo befindet sich am oberen rechten Rand der Link „mageleo Ihrem Browser hinzufügen“. Damit wird mageleo als Suchprovider in der Schnellsuche im Browser hinzugefügt.

Verratet Ihr, wie viele Suchanfragen Ihr durchschnittlich habt?

Christine Gerbershagen: Die Zahl der Suchanfragen schwankt sehr stark aufgrund der Urlaubszeiten, aber auch innerhalb der verschiedenen Wochentage. Derzeit haben wir noch circa 70% aller Suchanfragen Deutscher Abstammung und etwa 30% aus dem Ausland wie Dubai, USA und aus anderen Ländern.

Was suchen die Leute bei Euch am häufigsten? Gibt es eine Hitliste?

Stefan Orth: Wir unterscheiden uns da nicht von den anderen Suchmaschinen. Was am häufigsten gesucht wird, verschweigen wir dezent weil es nicht jugendfrei ist, ansonsten ist es recht gemischt, je nach aktuellen Ereignissen wie zum, Beispiel im Sport. Eine aktuelle Hitliste führen wir nicht.

Zum guten Schluss: Wie steht Ihr zum Thema Datenschutz? Seid Ihr die Guten?

Martin Schüßler: Die Frage können wir eindeutig mit JA beantworten. Wir speichern keine personenbezogenen Daten und erstellen auch kein Nutzerprofil von den mageleo-Benutzern.

Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt. Ich wünsche Euch viel Erfolg mit mageleo!