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Tumminelli braucht es auch nicht

(Quelle: Apple)

Das iPad lässt offenbar die meisten Leser kalt. Die wenigen Getreuen, die sich pflichtschuldig an der Umfrage dazu beteiligt haben, brauchen es offenbar nicht. Damit stehen sie nicht alleine da.

Die anderen hat das Thema scheinbar so wenig gereizt, dass sie sich nicht zur Teilnahme aufraffen konnten. Im Gegensatz zu iPod und iPhone scheint das iPad wohl nicht zu polarisieren und ebenso  wenig nachhaltig zu begeistern.

Auch Handelsblatt-Designkritiker Prof. Paolo Tumminelli braucht es nicht und will es auch nicht haben. „Wage niemand, es mir zu schenken“, titelt er. Wie immer lesenswert!

Verdiente Auszeichnung

Das Handelsblatt hat mitten in der Medienkrise einen fulminanten Relaunch hingelegt. Einige Monate zuvor hat Chefredakteur Bernd Ziesemer das Konzept auf einer Podiumsdiskussion vorgestellt. Es schien wohl durchdacht, aber ein gewagtes Experiment. Tabloid Format. Starke Vernetzung von Print-Titel und medialen Inhalten. Twitter. Facebook. Mobile Angebote für Smartphones. Das ganze gerade auch vor dem Hintergrund, dass die Zielgruppe immer mobiler wird.

Es hat funktioniert. Und zwar richtig gut. Das Format wurde schnell angenommen. Auch ich, der sich als latent Neophober mit solchen Wechseln immer ein wenig schwer tut, habe nur ein paar Tage geraucht. Die Vernetzung von Print und Online ist intelligent gemacht. Ein Beitrag in der Zeitung verweist beispielsweise auf ein ganzes Online-Dossier zum Nachlesen. Und auf beiden Kanälen gibt es nicht nur Zweitverwertungen, sondern auch viel Exklusives. Es wird viel drüber geredet, und immer wieder ist in den Gesprächen zu hören, dass das Format ideal ist, um es auf Reisen mitzunehmen.

Die Auszeichnung „Chefredakteur des Jahres“ vom mediun magazin hat Ziesemer deshalb absolut verdient. Während andere Verlage das Internet am liebsten abschaffen oder in Pay TV (das ja bekanntlich sehr erfolgreich ist!) verwandeln wollen, hat er die Zeitung neu erfunden. Gratuliere!

Ebenfalls verdient ist sicher die Auszeichnung für Nikolaus Brender als Journalist des Jahres. Hier wurde ein Zeichen gegen das Staatsfernsehen gesetzt. Der Fehler liegt offenbar im System. Es kann eigentlich nicht angehen, dass diejenigen den Rundfunk kontrollieren, über die er berichten soll. Bisher hat aber von dieser Macht niemand so hemmungslos und offensichtlich Gebrauch gemacht wie der hessische Ministerpräsident. Eigentlich sollte man dafür einen Monat die GEZ-Gebühr boykottieren. Kommentare erwünscht!

Doch nur ein Hype?

Ein Bericht von Pressetext zum Medienkonsum von Teenagern wirft Fragen auf. Social Media sind bei der Zielgruppe weniger verbreitet als bisher angenommen. Der Beitrag stützt sich auf eine aktuelle Erhebung von Forrester Research unter europäischen Jugendlichen.

Während das TV Kommunikationsmedium Nummer 1 bleibt mit einem durchschnittlichen wöchentlichen Konsum von 10,3 Stunden, kommt die Studie zu dem Schluss, das Social Media leicht überbewertet werden. „Nur“ 41 Prozent der Jugendlichen besuchen mindestens einmal wöchentlich ein Social Network. Interessant ist der Trend zur parallelen Mediennutzung. Da läuft das TV, der Computer, und es wird kräftig gesimst. Cross Media 2.0? Müssen sich Medienschaffende auch darauf einstellen?

Einige Privatsender machen das gemäß Beitrag bereits. Aber auch im B2B-Bereich gibt es Beispiele. Wenn die Business-Nutzer der nahen Zukunft Medien parallel konsumieren und aufeinander abgestimmte Inhalte suchen, hat sich das Handelsblatt mit seinem Relaunch ein ganzes Stück Zukunftssicherheit geschaffen.

Allerdings glaube ich nicht ernsthaft, dass Social Networks überbewertet werden. Sicher sind sie nur ein Baustein im Cross-Media Mix. Und sicher geht es auch ohne. Aber sie haben sich einen festen Platz in unserer Medienlandschaft erobert. Und sie verändern wie kaum ein anderes Medium unsere Art zu kommunizieren.

Der vollständige Beitrag findet sich unter http://www.pressetext.de/news/091214028/tv-bleibt-medium-nummer-eins-bei-teenies/