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Endlich wieder Spam

(Quelle: Hormel Foods)

Synonym für unerwünschte Nachrichten: SPAM (Quelle: Hormel Foods)

Die Freuden und Leiden des Bloggerlebens sind unergründlich. Eigentlich schreibt man ja vor allem für sich selbst. Aber man freut sich doch auch über Besucher und fängt früher oder später an, sich sportliche Zeile zu setzen.

Nachdem dieses Blog zwischenzeitlich vom Netz war, ging es mit den Besucherzahlen nur noch sehr schleppend voran. Besonders auffällig: Die meisten Besucher kamen direkt oder über Links. Über Suchmaschinen kamen nur Visits auf älteren Artikeln herein. Noch merkwürdiger: Es kamen keine Spam-Kommentare mehr. Immerhin 447 waren in den ersten Monaten aufgelaufen – und jetzt: nichts mehr.

Also mal die Suchmaschinen befragt: Auf inhaltliche Suchen nach einzelnen Artikeln werden irgendwelche Contentfarmen angezeigt, die ohne Quellenangabe und Link Passagen übernommen haben. Kein Kanzlerblog. Immerhin: Auf den Suchbegriff „Medienkanzler“ spuckt google das Blog an erster Stelle aus, Yahoo immerhin an dritter und Bing… Na ja Bing. Es ist wohl nur ein Gerücht – aber selbst Microsoft CEO Steve Ballmer soll letztens von seiner Frau beim Googeln erwischt worden sein…

Google Webmastertools gecheckt: Das Blog ist ganz normal registiert. Wie auch bei Bing und Yahoo. Aber: Es gibt eine Datei „robots.txt“, die alle neuen Posts für den Crawler Zugriff sperrt. Wo kommt die her? Da ich direkt bei wordpress hoste, habe ich gar keinen Zugriff darauf. Wüsste jedenfalls nicht wie und finde auch nichts in der Hilfe und den Foren.

Also irgendwie rumgeschraubt, erfolglos wie ich glaubte. Aber dann die Überraschung: Ein erneuter Test mit den Webmastertools verläuft positiv. Gestern sind dann die Texte auch wieder über die Suchmaschinen auffindbar (Na ja, Bing…) und ganz gut gerankt. Es kommen wieder Besucher von „außerhalb.“

Und dann heute morgen, die große Überraschung: Ein Spam-Kommentar. Ich war glatt versucht, ihn freizuschalten. Endlich wieder Spam…

Nachgefragt: Was ist dran an mageleo?

Gegen die Übermacht der US-amerikanischen Suchmaschinenbetreiber hatten europäische oder gar deutsche Anbieter bislang keine Chance. Doch während Google hierzulande zunehmend in die Kritik gerät, will es eine kleine Softwareschmiede aus Wuppertal noch einmal wissen. Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ist im letzten Jahr die neue Suchmaschine mageleo an den Start gegangen. Schon kurze Zeit später wurde sie für den eco Internet Award des Verbands der Internetwirtschaft nominiert. Hat sie das Zeug, es mit den Platzhirschen aufzunehmen? Der Medienkanzler hat nachgefragt. CEO Stefan Orth, CTO Martin Schüßler und Christine Gerbershagen, bei der die PR von mageleo gut aufgehoben ist, haben geantwortet.

Der Markt der Suchmaschinen scheint längst aufgeteilt. Alle Versuche, gegen die übermächtige Konkurrenz aus den USA anzukommen, sind bisher gescheitert. Ihr habt es trotzdem gewagt. Warum?

Christine Gerbershagen: Wir haben uns lange geärgert, dass das Suchen im Internet so langweilig ist und vor allem nur Texte als Ergebnisliste angezeigt werden. Ebenso hat uns auch die fehlende Quellenauswahl gefehlt. Mit www.mageleo.de wollten wir dem Anwender einfach mehr bieten als das was der Marktführer anbietet. Der Anwender waren wir zunächst. Schnell haben wir erkannt, dass es daneben viele Externe gibt, die auch zu mageleo wechselten.

Was unterscheidet mageleo von anderen Suchmaschinen?

Christine Gerbershagen: Die Benutzeroberfläche mit den Vorschaufenstern spricht für sich selbst. Die Möglichkeit die Suchquellen zu reduzieren schützt vor viel Werbung beziehungsweise Shoppingergebnissen und lässt zugleich eine gezieltere Suche zu.

Aufgeräumt: Die Suchmaske von mageleo

Aufgeräumt: Die Suchmaske von mageleo

Wie sieht Euer Business Plan aus? Womit verdient Ihr Euer Geld?

Christine Gerbershagen: Wir sind ein deutsches Unternehmen, welches durch die Gesellschafter kapitalisiert wurde. Einnahmen erzielen wir dadurch, dass über unsere Suchergebnisse Waren gekauft werden oder aber Flüge gebucht werden.

Wird mageleo bald schon profitabel arbeiten?

Christine Gerbershagen: Ja, wir erwarten den Break Even zum 30.03.2011

Auf den ersten Blick ist die Suche mit mageleo sehr überzeugend und übersichtlich. Es fällt allerdings auf, dass es noch keine richtige News-Suche wie bei den Wettbewerbern gibt. Auch die Blog-Suche ist noch recht unscharf. Arbeitet Ihr dran?

Stefan Orth: Ja, wir arbeiten stetig daran, die Ergebnisse zu verbessern und diese in das mageleo-Prinzip zu integrieren.

Verfügt Ihr über eine eigene Suchtechnologie oder läuft da im Hintergrund was anderes?

Martin Schüßler: Wir greifen mit mageleo auf die unterschiedlichsten bestehenden Suchquellen im Internet zu, zum Beispiel auch auf die Suche über BOSS von Yahoo. Die einzelnen Suchprovider sind schon sehr lange im Geschäft und verstehen sich im Normalfall exzellent auf dieses Thema. Es wäre vermessen ihnen zu versuchen den Rang abzulaufen. Unser Ansatz ist es, diese verschiedenen Einzelergebnisse neu in Zusammenhang zu bringen und so das Suchergebnis für den Anwender qualitativ aufzuwerten.

Viele User rufen ihre Suchmaschinen heute über Add Ons im Browser auf. mageleo sucht man da bislang noch vergeblich. Wird sich daran bald etwas ändern?

Martin Schüßler: Diese Möglichkeit bietet mageleo schon seit langem. Auf der Seite von mageleo befindet sich am oberen rechten Rand der Link „mageleo Ihrem Browser hinzufügen“. Damit wird mageleo als Suchprovider in der Schnellsuche im Browser hinzugefügt.

Verratet Ihr, wie viele Suchanfragen Ihr durchschnittlich habt?

Christine Gerbershagen: Die Zahl der Suchanfragen schwankt sehr stark aufgrund der Urlaubszeiten, aber auch innerhalb der verschiedenen Wochentage. Derzeit haben wir noch circa 70% aller Suchanfragen Deutscher Abstammung und etwa 30% aus dem Ausland wie Dubai, USA und aus anderen Ländern.

Was suchen die Leute bei Euch am häufigsten? Gibt es eine Hitliste?

Stefan Orth: Wir unterscheiden uns da nicht von den anderen Suchmaschinen. Was am häufigsten gesucht wird, verschweigen wir dezent weil es nicht jugendfrei ist, ansonsten ist es recht gemischt, je nach aktuellen Ereignissen wie zum, Beispiel im Sport. Eine aktuelle Hitliste führen wir nicht.

Zum guten Schluss: Wie steht Ihr zum Thema Datenschutz? Seid Ihr die Guten?

Martin Schüßler: Die Frage können wir eindeutig mit JA beantworten. Wir speichern keine personenbezogenen Daten und erstellen auch kein Nutzerprofil von den mageleo-Benutzern.

Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt. Ich wünsche Euch viel Erfolg mit mageleo!

Mountain View, Redmond, Wuppertal?

Der Kampf der Suchmaschinen scheint weitgehend entschieden. Google ist die Spinne im Netz. Kein Weg führt dran vorbei. Wer Google misstraut, kann vielleicht noch auf Bing ausweichen. Wenn er oder sie Microsoft traut. OK, als Macht im Netz nicht so bedrohlich wie Google. Liefert dafür aber auch immer noch hundsmiese Suchergebnisse. Fireball nutzt kein Mensch mehr,  gibt es aber erstaunlicherweise immer noch. Viel zu langsam.  Cuil? Ein Griff ins Klo. WolframAlpha ist nicht wirklich eine Suchmaschine wie man sie erwartet. Und der Versuch, mit Accona ein Gegengewicht aufzubauen ist trotz guter Suchergebnisse und sonstigen Features  kläglich gescheitert. Ach ja, und dann ist da noch Yahoo. Aber Yahoo sucht nicht mehr mit Yahoo sondern mit Bing im Hintergrund.

Bleibt also nur noch googeln, oder? Erfreulicherweise nicht! Denn während Google und Microsoft von Mountain View und Redmond aus über das Wissen im Netz herrschen, regt sich Widerstand in Wuppertal. Von dort kommt die neue Suchmaschine mageleo. Ein erster Test hat gezeigt: Respekt! Hervorragende Trefferliste, kann sich mit Google messen. Und Bing bleibt weit dahinter zurück. Dabei ist die Seite auch unter ästhetischen Gesichtspunkten nicht zu verachten – sie sieht richtig gut aus.

Doch den Machern von mageleo geht es um mehr als nur die Trefferliste. Sie wollen eine neue Generation von Suchmaschinen entwickeln, die den Nutzern ein vollständiges Informationscockpit liefert. Und das scheint gelungen. Man findet sich auf Anhieb gut zurecht. Die Informationen sind wesentlich klarer aufbereitet als auf der minimalistischen Google-Oberfläche. Von Bing oder Yahoo ganz zu schweigen. Aber lassen wir mageleo doch einmal selbst zu Wort kommen: „Das Ziel von ‘mageleo’ ist es seinen Nutzern nicht nur eine Trefferliste anzuzeigen, sondern durch die Übersichtlichkeit und vielen persönlichen Einstellungsoptionen ‘mageleo’ als persönliche Suchmaschine zu gestalten und als Informationscockpit eingesetzt zu werden. Getreu dem ‘mageleo’-Motto: Suchen, Navigieren, Entdecken profitiert der Nutzer von neuen Möglichkeiten seine Suche effizienter und komfortabler zu gestalten, Informationen nach dem eigenen Bedarf zu personalisieren, sowie auf weitere interessante Ergebnisse zu stoßen, die bei einer klassischen Suchweise unentdeckt geblieben wären.“

Ich finde, das ist nicht zu viel versprochen. Ich suche jedenfalls ab sofort mit Technologie aus Wuppertal! Tschüss Google. Ihr hört nochmal von mir wenn ich meinen Street View Widerspruch einlege.

Tagesthemen

Ein Tag voller Eindrücke und Ereignisse. Viele Themen für den Kanzlerblog, alle mehr oder weniger aktueller Natur. Und jedes verdient eine genauere Betrachtung. Also. Prioritäten setzen. Drei schaffen es in den Blog. Eines, weil es allgegenwärtig ist. Zwei aus ganz subjektivem Erleben heraus.

Alle Achtung, Google

Man muss Google nicht mögen. Die meisten tun es trotzdem. Es gibt aber viele Gründe, skeptisch zu sein. Das „don’t be evil“ nehmen der Company mit einem Börsenwert von 160 Milliarden Dollar nur noch die wenigsten ab. Und trotzdem. Was auch immer sie motiviert hat, sich mit dem Machtapparat in China anzulegen, es könnte Gutes bewirken.

Vor vier Jahren hat Google noch vor der Staatspartei gekuscht. Wie alle, die das große Geld im Land der aufgehenden Sonne witterten. Unternehmen. Regierungen. Alle waren bereit, die Spielregeln der Partei zu akzeptieren. Ab und zu wurde mal gemault, aber bloß nicht zu laut.

Auch Google hat mitgespielt. Nicht so eifrig wie Yahoo, die sogar Dissidenten ans Messer geliefert haben sollen. Aber sie haben mitgespielt.

Jetzt entdeckt Google auf einmal die Meinungsfreiheit und seine Mission. Und bei allem, was man Google vorwerfen mag, die Mission, das Wissen der Welt allgemein zugänglich zu machen, nimmt man ihnen ab. Egal, welche Interessen sie damit auch verfolgen.

Nun gerät die chinesische Staatspartei in Erklärungsnotstand. Auch dem letzten der 300 Millionen Internetnutzer in China muss klar werden, dass ihnen etwas vom Wissen der Welt vorenthalten wird. Auch wenn sich die Seiten, die www.google.com.hk ausweist, nicht öffnen lassen. Auch wenn die Propagandamaschine die ganze Zeit zu erklären versucht, warum die Masse eben nicht alles wissen darf. Gerade darum.

Kurz und knapp: Alle Achtung Google. Vielleicht kippt Ihr gerade ein paar dicke Tropfen in ein großes Fass. Vielleicht habt ihr auch gerade eine Lawine losgetreten. Totalitäre Regime fallen plötzlich. Das hat die Geschichte gelehrt. Gerade wird vielleicht eines der größten und mächtigsten von einer Entwicklung überrollt, die es nicht mehr kontrollieren kann.

Nein, es wird nicht XING machen

Fehlersuchbild: Gutes Deutsch erwartet heute niemand mehr bei Werbung. Was würde aber der Englischlehrer sagen? (Quelle: XING)

Nein, es hat nicht XING gemacht. Nach dem völlig misslungenen Start der jüngsten Kampagne versucht XING jetzt doch noch, Nutzer dafür zu gewinnen. Ich persönlich mag XING und nutze es beruflich und privat. Die Erwartungen, welche die getürkte Kampagne versucht zu wecken, sind aber schon für sich völlig überzogen. Statt den Fehler einzusehen, versucht die Company nun noch zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Vergesst es! Wer seine eigenen Mitarbeiter als Testimoinals aufppeppt, hat viel Vertrauen verspielt. Da glaubt keiner mehr, dass die Leute, die jetzt mitmachen, waschechte Kunden sind. Schade eigentlich, dass man so etwas über sündhaft teure Premium-Mitgliedschaften mit finanziert.

Öffentlich rechtliche Demokratieinitiative

Erfrischend kommt dagegen heute der WDR daher. Er hat zur NRW-Landtagswahl gemeinsam mit Abgerordnetenwatch einen Kandidatencheck installiert. Es gibt einen Katalog mit 31 Thesen, der allen Direktkandidaten vorgelegt wird. Die sollen dazu Stellung nehmen und damit eine Entscheidungsgrundlage für die Wähler liefern. Nach WDR-Informationen haben bereits 60 Prozent der Kandidaten auf die Anfrage geantwortet. Die, die noch nicht mitgemacht haben, sind auch gelistet. Das bringt sie in Erklärungsnot und sorgt dafür, dass Politiker Farbe bekennen.

Toll gemacht! Damit nutzt der öffentlich rechtliche Rundfunk die neuen Möglichkeiten des Internets, um seinen Auftrag zu erfüllen. Bitte mehr davon!

Lanze für Google

Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich hier einmal eine Lanze für Google in Sachen Privatsphäre brechen würde. Doch, mach ich jetzt.

Wer einen Blog betreibt, stellt sich früher oder später die Frage, wer das alles lesen soll oder ob das einfach nur eine digitale Ablage für die eigenen Gedanken ist. Um die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen zu steigern, bieten die verschiedenen Anbieter ein Toolset für Webmaster. Wer sich da zum ersten Mal mit befasst, kann Lustiges erleben.

Ob Google Webmaster Tools, Yahoo Site Explorer oder Bing Webmaster Center -  bei allen Anbietern muss man erst einmal ein Konto erstellen. Ich habe mir einmal den Spaß erlaubt,  die Bezeichnung des Tools jeweils in die entsprechende Suchmaschine einzugeben. Microsoft lässt dabei tief blicken: Während Google und Yahoo ihr Tool jeweils an erster Stelle unter eigener Domain listen, kommen bei Bing neun Treffer von Seiten, die darüber schreiben, bevor Bing selber auf Platz zehn gelistet wird.

Aber es geht um Privatsphäre. Bei Google reicht eine E-Mail Adresse und ein Passwort für die Registrierung. Dann hat man so ein Google-Konto. Und kann loslegen. Yahoo und Bing sind verdammt neugierig. Ohne Name, Vorname, Alter, Geburtsdatum (bei Bing immerhin nur Geburtsjahr) und Geschlecht geht da gar nichts. Und Bing meint auch noch, es wäre doch toll, darüber wäre man identifizierbar und alle guten Freunde könnten einen finden. Na super.

Jetzt kann man natürlich noch einwenden, dass Google das alles gar nicht nötig hat. Die wissen eh schon alles über mich. Auf jeden Fall hab ich bei denen jetzt ein Konto.