Kanzlerblog

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Jenseits von Disneyland: Begegnung mit dem echten Peter Pan

J. M. Barrie’s „Peter Pan in Kensington Gardens“ mit Illustrationen von Arthur Rackham

Peter Pan kennt jeder. Walt Disney’s Junge, der nicht erwachsen werden will und in dessen Nimmerland alles wahr wird, was man sich wünscht. Walt Disney’s Peter Pan? Nein, Peter Pan ist genauso wenig eine Figur von Walt Disney wie der Glöckner von Notredame oder Hänsel und Gretel. Der echte Peter Pan ist eine Schöpfung des schottischen Schriftstellers J. M. Barrie. Er hat den Stoff über die Jahre variiert und weiterentwickelt, es gibt daher nicht „die“ Geschichte von Peter Pan. Es begann 1906, als Barrie die Erzählung „Peter Pan in Kensington Gardens“ in sechs Kapiteln herausgab. Liebe- und kunstvoll illustriert wurden die Geschichten von Arthur Rackham.

Diese ersten Geschichten von Peter Pan liegen nun in einer wundervollen bibliophilen Ausgabe aus dem Verlagshaus Mescheryakov, Wien vor. Die einfühlsame Übersetzung stammt von Selma Urfer. Das Buch an sich ist schon ein verlegerisches Meisterwerk: Im Zeitalter von E-Books und Massenkonsum gibt der Verlag Mescheryakov ein Beispiel für echte Buchdruckkunst. Eine Ausgabe für Liebhaber.

Eigentlich müsste jetzt etwas zum Inhalt kommen. Das würde dieser Ausgabe aber nicht gerecht. Darum erst einmal etwas zur Gestaltung, denn die ist wahrscheinlich das erste, was die meisten Leser in seinen Bann zieht wird. Allein das Buch in der Hand zu halten ist ein Erlebnis. Die außergewöhnlichen Illustrationen, eine ganz eigene, magische Symbiose von Jugendstil und Phantasy, lassen ein echtes Lesevergnügen erwarten – das beginnt schon beim Cover. Der wertig gestaltete Einband ist auch ein haptisches Erlebnis. Das Holz der dargestellten Bäume lässt sich regelrecht ertasten. Die Schrifttypen sind reliefartig hervorgehoben. Man muss das Buch einfach erst einmal streicheln, bevor man es vorsichtig und mit einem kleinen bisschen Herzklopfen aufschlägt.

Die Geschichte spielt in Kensington Gardens in London. Sie ist das, was man „very British“ nennt und sicher wird das Buch noch einmal zu einem ganz anderen Erlebnis, wenn man schon mal dort gewesen ist. Die Anmerkungen in dieser Ausgabe sind hilfreich, um sich den doch recht ungewöhnlichen Stoff zu erschließen. Der Peter Pan, der darin anzutreffen ist, ist so ganz anders als der kesse Junge aus den Disney-Filmen: Nackt, ein Baby noch. Gerade erst mal sieben Tage alt, als er seiner Mutter durch das Fenster davonfliegt. Und von da an bleibt er so. Er wird zu einem „Zwischendrinling“, der aussieht wie ein Junge und spielen will wie andere Jungen. Aber er weiß nicht wie das geht. Sein Domizil ist eine Insel im Park, auf der Vögel leben und die Kinder ausbrüten, welche die Menschen dort bestellen. Nachts, wenn die Tore des Parks geschlossen sind, verlässt er die Insel in einem Drosselnest, das ihm als Boot dient- denn die Drosseln können die besten, wasserfesten Nester bauen. Die Elfen, die im Park leben, tagsüber schlafen und nachts und keine Menschen dort dulden, akzeptieren ihn, so dass er Nacht für Nacht im Park seine ungewöhnlichen Spiele spielt und kleine Abenteuer erlebt. Aber so viel sollte gar nicht verraten werden. Die sehr eigenwilligen Geschichten lassen sich ohnehin nur schwer wiedergeben.

Das Buch lädt zu einer ungewöhnlichen Reise ein, auf die man sich einlassen muss. Es will erobert werden. Es überrascht. Die Geschichte selbst zieht wahrscheinlich nicht alle Leserinnen und Leser sofort in ihren Bann. Aber irgendwann ist man mittendrin, und zum Ende hin wird alles pure Magie. Lesenswert. Liebenswert. Eine echte Bereicherung für jedes Bücherregal. Ein wundervolles Geschenk sowohl für Bücher- als auch für Kunstfreunde. Und ein Buch, das man sich auch ruhig selber einmal gönnen kann!

Kurzinfo
Titel: Peter Pan in Kensington Gardens
Autor: J. M. Barrie
Illustrationen: Arthur Rackham
Verlag: Verlagshaus Mescheryakov
Preis: 24,90 € (Deutschland)
Erhältlich in guten Buchhandlungen oder direkt unter http://www.idmi-verlag.com/buch-peter.php

Vielen Dank an das Verlagshaus Mescheryakov und bloggdeinbuch.de!

Zwangsbeglückung

BILD liebt Berlin, Plane (Quelle: Axel Springer Verlag)

Am 23. Juni soll die „BILD“ an alle deutschen Haushalte ausgeliefert werden. So etwas nennt man dann wohl Volkszeitung. Auch „Werbeverweigerer“ dürfen sich über die Lektüre freuen. Das Ganze geschieht aus Anlass des 60. Geburtstags des Boulevardblattes aus dem Springer Verlag -  nicht ganz uneigennützig. Denn das Blatt feiert sich nicht nur selbst, sondern erhofft sich auch satte Werbeeinnahmen. Eine ganzseitige Anzeige soll vier Millionen Euro kosten.

Nicht alle sind von dem Angebot begeistert. Unter dem Trending Topic „Briefkasten“ machen sich findige Mitbürger auf Twitter Gedanken, wie sie wohl dieser Zwangsbeglückung entgehen können. Da ist dann auch gerne schon mal von „Zunageln“ die Rede.

„Timeo Danaos et dona ferentes“, sagte schon der Dichter Vergil. Altphilologen und Asterixleser wissen was das heißt: Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen. „Danaer“ war einer der Namen, den das Heer der griechischen Stämme vor Troja trug. Und wie die Sache mit dem Trojanischen Pferd ausging, ist ja hinreichend bekannt…

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler stellt sein Amt zur Verfügung

Einer der nützlichsten Dienste auf Facebook ist sicher „die tägliche Nachrichtenvorschau“ von Welt Online. Hier ist neben bevorstehenden Ereignissen aus Politik und Wirtschaft regelmäßig auch allerhand nützliches in Erfahrung zu bringen. Der Welttoilettentag beispielsweise wurde dort frühzeitig angekündigt. Da erfolgte der erste Gang an diesem denkwürdigen Tag im vollen Bewusstsein seiner herausragenden Bedeutung.

Und heute gibt es das zu lesen: „Wirtschaftsminister Philipp Rösler muss das Amt turnusmäßig nach einem Jahr abgeben“. Nein, nicht das des Wirtschaftsministers. Das ist er ja erst seit Mai 2011. Es geht um das Amt des Oldenburg Grünkohlkönigs. Heute wird beim Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten ein neuer Monarch gekürt.

So ist das in unserer Mediendemokratie: Minister kann man stürzen, oder sie bringen sich selbst zu Fall. Bundespräsidenten können gehen oder bleiben wie sie wollen. Könige aber scheiden in Würde turnsmäßig aus dem Amt.

Guten Appetit!

Titanic ist diesmal die bessere Bild oder: Ist unser Bundespräsident noch zu retten?

Ist in der Affäre um den Bundespräsidenten alles gesagt? Jetzt ja. Und Bild kann noch vom Satiremagazin Titanic lernen:

Besser als Bild: Titanic (Quelle: Titanic)

Besser als Bild: Titanic (Quelle: Titanic)

Bleibt die Frage, ob Wulff sich diese Woche noch im Amt halten kann. Dem Duisburger OB Adolf Sauerland hat er ja schon einmal den Rücktritt nahe gelegt. Aber vielleicht hat der jetzt noch ein paar Tipps für ihn…? Ach ja, und von wegen „das Amt nicht beschädigen“ – da ist wohl eh nix mehr zu machen…

Jahresausklang

Zeit ist knapp. Es reicht diesmal nicht für einen ausführlicheren Rückblick, den ein aufregendes Jahr 2011 sicher verdient hätte. Stattdessen lauschen wir noch einmal Freund Hubert von Goisern und seinen Alpinkatzen dabei, wie die Zeit vergeht. Heast as nit?

Ein herzliches Dankeschön an alle treuen Leser, lieben Bloggerfreunde und die, die das eine oder andere noch werden wollen. Alles Gute für 2012 wünscht Euch

Euer Medienkanzler

Fröhliche Weihnachten!

Lebensweisheit

…zum vierten Advent

(Quelle: Hans Heindl/pixelio.de)

(Quelle: Hans Heindl/pixelio.de)

„Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit,
die wir nicht nutzen.“

- Seneca

Anregende Diskussionen zur Weihnachtszeit

Die St Matthews-in-the-City Church in Neuseeland scheint eine eher liberale Kirchengemeinde zu sein. Sie stellt sich den Fragen unserer Zeit. Und sie versteht etwas von Öffentlichkeitsarbeit. Mit gewagt provokanten Plakaten zur Weihnachtszeit schafft sie weltweit Publicity und regt zur Diskussion an.

An die unbefleckte Empfängnis  scheinen die Gemeindeoberen nicht mehr recht glauben zu wollen. Stattdessen polarisieren sie mit einem Motiv von Maria – na ja, von „der Jungfrau“ kann man da wohl nicht mehr sprechen. Damit wollen sie „Rührseligkeiten und Banalitäten vermeiden“, wie es auf der Website heißt, und  „Gedanken und Diskussionen in der Gemeinde anregen“. Das dürfte gelungen sein!

Provokantes Poster: Maria mit Schwangerschaftstest - Yahoo!

Schwangere Maria (Quelle: St Matthews-in-the-city)

Auch sonst geht die Gemeinde mit der Zeit und ist im digitalen Zeitalter zu hause. Eine Facebook Seite gehört für sie ebenso dazu wie Umfragen zu religiösen Fragestellungen. Christentum 2.0? Es wäre spannend zu erfahren, ob es auch bei uns vergleichbare Gemeinden gibt. Kommentare dazu sind also willkommen!

Einen ausführlichen Bericht gibt es in den  Yahoo Nachrichten.

Jingle Bells

…zum dritten Advent

(Quelle: Hans Heindl  / pixelio.de)

(Quelle: Hans Heindl / pixelio.de)

Eigentlich nervt sie ja, die ganze Advents- und Weihnachtswerbung. Tierisch. Und eigentlich ist das eh alles viel zu amerikanisch geworden. Wirklich. Aber dieser Spot des amerikanischen Herrenausstatters Brooks Brothers ist wirklich tierisch süß. Und ganz ohne „Ho Ho Hoooh“. Nebenbei erfahren wir, dass dieser amerikanische Weihnachtsklassiker aus dem Jahr 1857 stammt – und dass es den traditionsreichen Herrenausstatter schon viel länger gibt. Nämlich seit 1818.

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