McFit: Kopflose Kommunikation


Der Kommunikation von McFit fehlt der Kopf. Im doppelten Sinne. Geschäftsführer und Gründer Rainer Schaller ist nach der Love Parade-Katastrophe abgetaucht. Er hinterlässt ein Vakuum. Bis heute sind die Erklärungen des Veranstalters der Love Parade dünn und spärlich.

Auf der Homepage gab es ein schmallippiges Statement: „Die Menschen und Macher von McFit, dem Hauptsponsor der Loveparade Metropole Ruhr 2007-2011, sind erschüttert und zutiefst betroffen von dem tragischen Unglück, welches sich auf der Loveparade in Duisburg ereignet hat. Wir sind mit unseren Gedanken und unserem Mitgefühl bei allen Angehörigen und Freunden der Unfallopfer.“

Nach einer Schamfrist wurde das Statement schon wieder von der Seite genommen. Wieder alles richtig schön bunt hier! Anstelle des Editorials in der Mitgliederzeitschrift, das normalerweise Schallers Porträt ziert und in dem er seine Favoriten der Ausgabe vorstellt, das selbe Statement. Klein und dürftig auf zwei ansonsten schwarzen Seiten. Der selbe Text auf Facebook. Danach ein paar Wochen Sendepause. Am 16.08.2010 heißt es schließlich auf der Fanpage: „Liebe Mitglieder und Fans. Aus Respekt vor den Opfern und deren Hinterbliebenen haben wir die Fanpage die letzten Wochen ruhen lassen. Wir möchten nun mit euch wieder in den Dialog treten. Bitte sagt uns, was ihr darüber denkt.“ Auf dem Studiokanal ging die Party die ganze Zeit weiter. Nicht einmal das dünne Statement war zu sehen.

Die Menschen und Macher von McFit? Wo bleibt der Kopf, der für alles steht? Wann bricht er sein Schweigen? Sicher ist es ungeheuerlich, mit der Last dieser Verantwortung fertig werden zu müssen. Ganz unabhängig von der Schuldfrage. Aber Abtauchen macht die Sache nicht besser. Eine kopflose Kommunikation, bei der nicht einmal echte Betroffenheit erkennbar ist, schadet der Sache in der Öffentlichkeit. Und jetzt ohne Aufarbeitung einfach wieder zur Tagesordnung überzugehen ist zynisch. Die Frage, ob man in so einem Laden noch guten Gewissens Mitglied sein kann, beantwortet sich damit fast von selbst.

Am 6. September erscheint die neue Ausgabe der Mitgliederzeitschrift „Einfach gut aussehen“ – ob Schaller darin Farbe bekennt? Wird er sich weiter wegducken? Oder wird man auch dort zur Tagesordnung übergehen? Es gibt einiges zu erklären…

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