Glückspfennige, Währungsturbulenzen und warum die Griechen den Euro brauchen


Der Emil hat kürzlich einen Glückspfennig gefunden. Eigentlich ist es ja ein Cent. Für ihn und viele Kommentatoren ist und bleibt es ein Glückspfennig. Er hat sich dazu so seine Gedanken gemacht. Der Medienkanzler greift den Ball auf und folgt der Assoziationskette…

Der Glückscent ist eine frei konvertierbare Währung, folgt aber eigenen Gesetzmäßigkeiten. Sein Nomninalwert entspricht 1,95583 Glückspfennigen. Allerdings greift hier das Gleichheitsprinzip: Glück=Glück=Glück. Damit entspricht der tatsächliche Wert des Glückscent also exakt dem des Glückspfennigs.

Folglich ist der Glückscent ausgesprochen wertstabil. Daran wird auch die Euro- und Schuldenkrise nichts ändern. Der gefundene Cent, sorgfältig aufbewahrt, wird weiter Glück bringen – ganz gleich wie der Euro steht. Selbst bei Hyperinflation wird er seinen Wert behalten. Möglicherweise wird er sogar steigen, denn bei zunehmendem Bargeldvolumen und fortschreitendem Wertverlust werden die Münzen nach und nach verdrängt – als erstes die mit geringem Nominalwert. Das Glück wird rarer.

Emils Glückspfennig (Quelle: der Emil)
Emils Glückspfennig (Quelle: der Emil)

Die Italiener können das nur bestätigen. Sie sind erst mit der Einführung des Euro-Bargelds im Jahr 2002 in den Genuss des Glückscents gelangt. Theoretisch ergab zwar eine Lira zuvor 100 Centesi, praktisch betrug der kleinste Münzwert allerdings 50 Lira.

Und dann sind da noch die Griechen. Manch einer sagt ja, die sollen die Drachme wieder einführen. Was bedeutet das für den griechischen Glückscent? Eine Drachme ergibt 100 Lepta, im Singular ein Lepto. Den Cent nennen die Griechen laut Wikipedia bis heute Lepto. So weit so gut. Allerdings hat Griechenland wegen des geringen Nominalwertes schon 1986 aufgehört, Lepta zu prägen, so dass irgendwann praktisch keine mehr im Umlauf waren. Kein Wunder, denn der Gegenwert eines Lepto beträgt 0,000029 Euro. Der Glückslepto kam für die Griechen also auch erst mit der Euro-Einfürung.

Was folgt daraus? Wenn die Griechen aus der Eurozone austreten, verlieren sie den Glückslepto. Das darf nicht passieren. Denn Glück können die Griechen derzeit wirklich gebrauchen. Wünschen wir es ihnen!

9 Kommentare zu „Glückspfennige, Währungsturbulenzen und warum die Griechen den Euro brauchen

  1. Natürlich bücke ich mich auch nach jedem Glücks-Cent, denn man weiss ja nie……Noch viel besser ist es ja, wenn der Glückspfennig neben einem vierblättrigen Kleeblatt liegt, ein Marienkäfer darauf sitzt und ein Schornsteinfeger gleichzeitig meinen Weg kreuzt.
    LG von Rosie

    1. Dann liebe Rosi, musst Du den Schornsteinfeger aber auch berühren! Vielleicht kannst Du ihm auch den Glückscent schenken und das Kleeblatt ins Knopfloch stecken. Könnte am Ende so eine Sterntaler-Nummer werden…

  2. Oh, danke für die Ehre 😉

    Übrigens halte (und hielt – von Anfang an!) ich den Euro für einen der größten Fehler Europas. Der Ecu/Euro hätte als zusätzliches offizielles Zahlungsmittel funktionieren können, nicht jedoch als aufgezwungene Währung in vielen Ländern unterschiedlicher Wirtschafts“kraft” …

    1. Ehre wem Ehre gebührt. Die Euro-Debatte will ich an dieser Stelle nicht führen. Vielleicht bei passender Gelegenheit. Ich als überzeugter Euro-Europäer bin allerdings überzeugt, dass die Gemeinschaftswährung ihren schlechten Ruf einfach nicht verdient hat. Wir haben kein Euro-Problem. Unser Problem ist, dass wir – die Volkswirtschaften in Europa – zu lange weit über unsere Verhältnisse gelebt haben. Deutschland ist da keine rühmliche Ausnahme, im Gegenteil. Wo hätte auch sonst über all die Jahre das Wachstum und die satten zufriedenen Wähler herkommen sollen? Der Euro bringt es jetzt an den Tag. Vielleicht etwas schneller. Und bei allen auf einmal. Aber der Euro ist ist höchstens Katalysator, sicher nicht die Ursache. Jetzt können wir uns warm anziehen. Na ja, man muss ja nicht immer einer Meinung sein…

  3. Während ich jetzt diesen Beitrag las, fiel mir ein, dass ich früher sehr viele „Glückspfennige“ auf der Strasse fand. Allerdings seit Jahren keinen einzigen mehr. ?.
    Habe ich kein Glück mehr? Oder liegen die nur in good old Germany auf den Fusswegen rum?

    1. Hi Tina! Wo willst Du denn einen Glückspfennig finden? Den kann doch nur ein verirrter Tourist vor vielen Jahren verloren haben. Was bringt denn dem Mexikaner an sich so Glück? Pesos? Erzähl mal!

      1. Pfennig = Centavo. Allerdings sind die sooo winzig, die würd‘ ich ohne Brille gar nicht sehen.
        Als Glücksbringer fällt mir mal spontan ein:
        rote Unterhose in der Sylvester-Nacht tragen bringt Glück für ein Jahr,
        gelbe Unterhose dto. = heisse Liebe für ein Jahr
        ja und dann gibt es noch eine riesige Auswahl an persönlichen Talismans….
        LG

      2. Jetzt bin ich hin und her gerissen. Kauf ich mir für dieses Jahr noch eine rote Unterhose, oder eine gelbe? Auf jeden Fall vielen Dank, liebe Tina für diese wertvolle Information!

      3. „Jetzt bin ich hin und her gerissen. Kauf ich mir für dieses Jahr noch eine rote Unterhose, oder eine gelbe? Auf jeden Fall vielen Dank, liebe Tina für diese wertvolle Information!“
        > pack den Stier bei den Hörnern: zieh beide an!! :mrgreen:

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