Nachgefragt: Was ist dran an mageleo?


Gegen die Übermacht der US-amerikanischen Suchmaschinenbetreiber hatten europäische oder gar deutsche Anbieter bislang keine Chance. Doch während Google hierzulande zunehmend in die Kritik gerät, will es eine kleine Softwareschmiede aus Wuppertal noch einmal wissen. Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ist im letzten Jahr die neue Suchmaschine mageleo an den Start gegangen. Schon kurze Zeit später wurde sie für den eco Internet Award des Verbands der Internetwirtschaft nominiert. Hat sie das Zeug, es mit den Platzhirschen aufzunehmen? Der Medienkanzler hat nachgefragt. CEO Stefan Orth, CTO Martin Schüßler und Christine Gerbershagen, bei der die PR von mageleo gut aufgehoben ist, haben geantwortet.

Der Markt der Suchmaschinen scheint längst aufgeteilt. Alle Versuche, gegen die übermächtige Konkurrenz aus den USA anzukommen, sind bisher gescheitert. Ihr habt es trotzdem gewagt. Warum?

Christine Gerbershagen: Wir haben uns lange geärgert, dass das Suchen im Internet so langweilig ist und vor allem nur Texte als Ergebnisliste angezeigt werden. Ebenso hat uns auch die fehlende Quellenauswahl gefehlt. Mit www.mageleo.de wollten wir dem Anwender einfach mehr bieten als das was der Marktführer anbietet. Der Anwender waren wir zunächst. Schnell haben wir erkannt, dass es daneben viele Externe gibt, die auch zu mageleo wechselten.

Was unterscheidet mageleo von anderen Suchmaschinen?

Christine Gerbershagen: Die Benutzeroberfläche mit den Vorschaufenstern spricht für sich selbst. Die Möglichkeit die Suchquellen zu reduzieren schützt vor viel Werbung beziehungsweise Shoppingergebnissen und lässt zugleich eine gezieltere Suche zu.

Aufgeräumt: Die Suchmaske von mageleo

Aufgeräumt: Die Suchmaske von mageleo

Wie sieht Euer Business Plan aus? Womit verdient Ihr Euer Geld?

Christine Gerbershagen: Wir sind ein deutsches Unternehmen, welches durch die Gesellschafter kapitalisiert wurde. Einnahmen erzielen wir dadurch, dass über unsere Suchergebnisse Waren gekauft werden oder aber Flüge gebucht werden.

Wird mageleo bald schon profitabel arbeiten?

Christine Gerbershagen: Ja, wir erwarten den Break Even zum 30.03.2011

Auf den ersten Blick ist die Suche mit mageleo sehr überzeugend und übersichtlich. Es fällt allerdings auf, dass es noch keine richtige News-Suche wie bei den Wettbewerbern gibt. Auch die Blog-Suche ist noch recht unscharf. Arbeitet Ihr dran?

Stefan Orth: Ja, wir arbeiten stetig daran, die Ergebnisse zu verbessern und diese in das mageleo-Prinzip zu integrieren.

Verfügt Ihr über eine eigene Suchtechnologie oder läuft da im Hintergrund was anderes?

Martin Schüßler: Wir greifen mit mageleo auf die unterschiedlichsten bestehenden Suchquellen im Internet zu, zum Beispiel auch auf die Suche über BOSS von Yahoo. Die einzelnen Suchprovider sind schon sehr lange im Geschäft und verstehen sich im Normalfall exzellent auf dieses Thema. Es wäre vermessen ihnen zu versuchen den Rang abzulaufen. Unser Ansatz ist es, diese verschiedenen Einzelergebnisse neu in Zusammenhang zu bringen und so das Suchergebnis für den Anwender qualitativ aufzuwerten.

Viele User rufen ihre Suchmaschinen heute über Add Ons im Browser auf. mageleo sucht man da bislang noch vergeblich. Wird sich daran bald etwas ändern?

Martin Schüßler: Diese Möglichkeit bietet mageleo schon seit langem. Auf der Seite von mageleo befindet sich am oberen rechten Rand der Link „mageleo Ihrem Browser hinzufügen“. Damit wird mageleo als Suchprovider in der Schnellsuche im Browser hinzugefügt.

Verratet Ihr, wie viele Suchanfragen Ihr durchschnittlich habt?

Christine Gerbershagen: Die Zahl der Suchanfragen schwankt sehr stark aufgrund der Urlaubszeiten, aber auch innerhalb der verschiedenen Wochentage. Derzeit haben wir noch circa 70% aller Suchanfragen Deutscher Abstammung und etwa 30% aus dem Ausland wie Dubai, USA und aus anderen Ländern.

Was suchen die Leute bei Euch am häufigsten? Gibt es eine Hitliste?

Stefan Orth: Wir unterscheiden uns da nicht von den anderen Suchmaschinen. Was am häufigsten gesucht wird, verschweigen wir dezent weil es nicht jugendfrei ist, ansonsten ist es recht gemischt, je nach aktuellen Ereignissen wie zum, Beispiel im Sport. Eine aktuelle Hitliste führen wir nicht.

Zum guten Schluss: Wie steht Ihr zum Thema Datenschutz? Seid Ihr die Guten?

Martin Schüßler: Die Frage können wir eindeutig mit JA beantworten. Wir speichern keine personenbezogenen Daten und erstellen auch kein Nutzerprofil von den mageleo-Benutzern.

Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt. Ich wünsche Euch viel Erfolg mit mageleo!

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