Türe #5: Pforten zum Kiez


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Bild: Ulrike Wieczorek

Berliner Hotels sind eine Welt für sich. Eine Vielfältige Welt. Wer sich jenseits der Hochglanzfassaden von großen Ketten darauf einlässt, das eine oder andere Kiez-Hotel zu entdecken, kann viel erleben. Zwischen Pankow und Spandau liegen sie oft halb verborgen. Manches Mal geben sie sich erst zu erkennen, wenn der verwunderte Besucher um Orientierung ringend direkt vor ihrer Pforte steht. Hinter der Tür wartet oft so manche Überraschung – gerne auch ganz wörtlich und im positiven Sinn. Und nicht selten ist die Tür des Hotels auch ein Zugang zum Kiez. Der ganz spezielle Charme der Umgebung scheint mitunter abzufärben.

Da ist das zonig-mondän-schlichte Haus in Pankow, dessen angeschlossenes Café geradezu nach einer Ostalgieparty ruft (Nein, auf der Suche nach einer Idee für eine Mottoparty stieß der Vorschlag nicht auf Gegenliebe). Oder die lose angemieteten Etagen in der Nähe der Oranienburger Straße mit Rezeption im Souterrain, Fahrrädern und Kinderwagen im Innenhof.

Die neueste Entdeckung liegt in Schöneberg, nahe bei Kreuzberg. Leicht gewöhnungsbedürftig, pragmatisch, praktisch, bunt. Snack- und Getränkeautomaten in einem Bereich, den man vielleicht Foyer nennen könnte. Der Becher Cappuccino kostet 60 Cent.

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Treppenhaus im Kiezhotel

Die Zimmer spartanisch, aber sauber. Der Duschkopf ist ständig versucht, dem unerlässlichen Werben der Schwerkraft nachzugeben. Aber schon wenige Schläge auf den Hinterkopf reichten als Motivation für eine kreative Befestigung. Am „Schreibtisch“ in den Abmessungen 60 x 60 cm entsteht gerade in Echtzeit dieser Beitrag.

Das kunterbunte Treppenhaus entschädigt für alles und vermittelt schon beim zweiten Hereinkommen das Gefühl, irgendwie zu hause zu sein, hier im Kiez.

Lohnt es sich, wiederzukommen? Bestimmt. Aber wer weiß, welche Türen noch so alles geöffnet werden wollen. Beim nächsten Berlin-Trip also wieder in eine neue Unterkunft, irgendwo anders, wo ein Kiez ruft. Und entdecken, was sich hinter der Tür verbirgt.

Empfehlungen gibt‘s keine. Die Erkundung erfolgt auf eigene Gefahr.

Morgen geht es weiter im Adventskalender mit Türe #6. Nikolaus! Dran bleiben lohnt sich, denn dann startet das Gewinnspiel. Also schnell die Stiefel putzen. Morgen wird verraten, was es zu gewinnen gibt.

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