Elfter September


Der elfte September. Kein Tag wie jeder andere – nie wieder. Ein Trauma. Vor zehn Jahren ist es passiert. Das zweite mal in ihrer Geschichte wurden die USA auf ihrem eigenen Territorium angegriffen. Mit verheerenden Folgen für Tausende von Menschen, für New York, die USA und die ganze Welt.

Die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon haben tiefe Spuren in der kollektiven Erinnerung der westlichen Gesellschaften hinterlassen. Irgendwie wissen heute noch alle, die es schon bewusst erlebt haben, was sie an diesem Tag gemacht haben.

Meine Frau und ich waren auf einer Bergwanderung in über 3000 Meter Hohe als es passierte, fernab vom Nachrichtengetöse. Abends zurück im Hotel merkte man sofort, dass etwas nicht stimmt. „In den USA ist etwas Schreckliches passiert. Ein kleiner Krieg“, sagte der Hoteldirektor. Zurück auf dem Zimmer die ersten Nachrichtenbilder. Die Flugzeuge, die in die Türme fliegen. Immer und immer wieder. Es war der letzte Abend der Saison im Hotel. Es sollte noch eine kleine Feier geben. Die fiel dann sehr bescheiden aus. Gedrückte Stimmung. Und immer wieder die Nachrichten. Die lange Heimfahrt am nächsten Tag. Schweigend. Aufgewühlt. Die Sondersendungen im Radio liefen ununterbrochen. Eine Bestandsaufnahme des Schreckens. Man wusste irgendwie, dass die Welt eine andere geworden ist.

Die Welt hat sich verändert. Wäre der 11. September nicht gewesen – wahrscheinlich gäbe es keinen blutigen Krieg auf verlorenem Posten in Afghanistan, keine Diskussion über Vorratsdatenspeicherung, keine Fluggastdatenspeicherung, Körperscanner und vieles mehr. Innenminister dürften alles essen, aber nicht alles wissen. In den westlichen Demokratien ist ein erbitterter Kampf um Freiheitsrechte ausgebrochen, der in dieser Form zuvor undenkbar gewesen wäre. Und mehr als je zuvor kooperieren sie mit finsteren Diktatoren und stützen sie, wenn sie nur im „Krieg gegen den Terror“ auf der richtigen Seite stehen.

Auch sonst hat sich die Welt verändert. Das Internet war vor zehn Jahren noch nicht so weit wie heute, die Nutzung auch nicht. Damals waren es vor allem noch die klassischen Medien – Radio, TV, Nachrichtenportale im Web 1.0 und die gute alte Zeitung, die uns die Agenturmeldungen, Nachrichten, Texte, Bilder und Töne lieferten. Mit den heutigen Möglichkeiten würden sie in Gedankenschnelle über Twitter, Facebook, Youtube und Flickr jeden entlegenen Winkel der vernetzten Welt erreichen.

Möge Gott, Allah oder wer auch immer uns davor bewahren, dass sich solche Breaking News jemals über das Netz verbreiten werden.

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